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Sprüche über Gleichgültigkeit

548 Sprüche — Seite 6

Nicht offener Hass, sondern oft schon Gleichgültigkeit entzieht dem Miteinander seine Wärme und Verbindlichkeit. Wo nichts mehr berührt, schwindet der Impuls zu verstehen, zu helfen oder Stellung zu beziehen. Darum ist dieses Thema so ernst, weil es weniger durch Lärm als durch innere Abwesenheit wirkt.

Ihre Kälte zeigt sich besonders darin, dass sie Unrecht geschehen lässt, ohne sich selbst schuldig zu fühlen. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten jene lähmende Haltung, in der Verantwortung abgestreift wird, und erinnern daran, dass menschliche Würde Aufmerksamkeit und Anteilnahme braucht.

  1. Stimmungen entstehen oft aus Ursachen, über welche der Mensch nur wenig Gewalt hat, aber sie nehmen zu und werden der inneren Gemütsruhe immer verderblicher, wenn man sich in ihnen gehen lässt.

    Wilhelm von Humboldt

  2. Es ist für mich völlig überflüssig zu wissen, was ich nicht ändern kann

    Paul Valéry

  3. Man muß nicht wissen, wer den Tuberkel Bazillus entdeckt hat.

    Robert Koch

  4. Dem Arbeiter, der kein Brot hat, ist es ganz einerlei, nach welcher Definition er verhungert.

    Daniel Spitzer

  5. Wer in seinem Innern geordnet und wohlbestellt ist, der kümmert sich nicht um das sonderbare und verkehrte Treiben der Menschen. Nur soweit wird der Mensch gehindert und zerstreut, als er von den …

    Thomas à Kempis

  6. Wenn das Schicksal ruft: "Le jeu est fait, messieurs!", so achten das die wenigsten. Erst wenn sie hören: "Rien ne va plus!", bekommen sie Lust, aber zu spät.

    Ludwig Börne

  7. Wer leben will und sich wohl befinden, kümm're sich nicht um des Nachbarn Sünden.

    Paul Johann Ludwig von Heyse

  8. Die missachtete Natur schlägt zurück. Und auch das wird missachtet.

    Else Pannek

  9. Wer die Wahrheit nicht fürchtet, braucht auch die Lüge nicht zu fürchten.

    Thomas Jefferson

  10. Was dem Verstande endlich, ist nichtig dem Herzen.

    Ludwig Andreas Feuerbach

  11. Werbung ist der Versuch, das Denkvermögen des Menschen so lange außer Takt zu setzten, bis er genügend Geld ausgegeben hat.

    Ambrose Bierce

  12. Das Gesetz ist durch einen Anhang, genannt die Strafe, geschützt. Man muss das Vergnügen der Missachtung des Gesetzes gegen die Strafe abwägen.

    John Steinbeck

  13. Wer jede Mühe abnimmt, das Bemühen anderer abwehrt, wird nicht geliebt, sondern übersehen.

    Else Pannek

  14. Das Meer noch niemals größer ward, weil eine Gans das Wasser spart.

    Bernhard Freidank

  15. Wir sind nichts; was wir suchen ist alles.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  16. Es ist mir gleichgültig, ob einer aus Sing-Sing kommt oder von Harvard. Ich suche Menschen, nicht Biographien.

    Henry Ford

  17. Kinder sind Augen, die sehen, wofür wir längst schon blind sind. Kinder sind Ohren, die hören, wofür wir längst schon taub sind. Kinder sind Seelen, die spüren, wofür wir längst schon stumpf sind …

  18. Die Vorwürfe Unkundiger muss man sich mit Gleichmut anhören.

    Seneca

  19. Auschwitz fängt da an, wo einer steht und denkt, es sind ja nur Tiere

    Theodor W. Adorno

  20. Wenn du deine Pflicht tust, muss es dir gleichgültig sein, ob dich die Menschen schmähen oder preisen

    Mark Aurel