Sprüche über Lernen
729 Sprüche — Seite 32
Kein Mensch bleibt derselbe, wenn er wirklich lernt. Lernen verändert nicht nur das, was jemand weiß, sondern auch die Art, wie er fragt, beobachtet und sich selbst in Beziehung zur Welt setzt. Deshalb ist dieses Thema weit mehr als Schulstoff oder Methode, nämlich eine Grundbewegung des Lebens.
Darum erscheint es in Sprüchen oft als Zeichen von Reife und innerer Beweglichkeit. Die Gedanken zu diesem Thema zeigen, dass Lernen Demut voraussetzt und zugleich Freiheit eröffnet, weil jeder neue Begriff, jede Einsicht und jede Erfahrung den Horizont still, aber dauerhaft erweitert.
Am Abend wird man klug für den vergangenen Tag, doch niemals klug genug für den, der kommen mag.
— Friedrich Rückert
Alle Tag ein Stückerl weiter, alle Tag ein bisserl gescheiter.
Die Freude fällt uns in die Hände, die bloße Kunst nur, sich zu freu'n, die will geübt, errungen sein.
— Christoph A. Tiedge
Er will seinen Vater lehren Kinder machen.
So lange kriecht ein Kind, bis es gehen kann.
Den Esel führt man nur einmal aufs Eis.
Der Fuchs geht nicht zum zweitenmal ins Garn.
Die Gans lehrt den Schwan singen.
Alte Hunde ist schwer bellen lehren.
Katzenkinder lernen wohl mausen.
Er wird ein gelehrter Kauz werden, wenn er unter die Stoßvögel kommt.
Wer viel Handwerke zugleich lernt, der lernt selten eins wohl.
Am Handel lernt man den Wandel.
Bei Krämern lernt man kaufen, bei Säufern lernt man saufen, bei Lahmen lernt man hinken, bei Trinkern lernt man trinken.
Es ist kein Meister vom Himmel gefallen.
Kein Meister so gut, der nicht noch zu lernen hätte.
Soldaten können die Bürger und Bauern viel unmögliche Dinge lehren.
Ich ruf euch eure Abkunft ins Gewissen: Ihr seid nicht da, zu leben gleich den Kühen, doch zum Verfolg von Tüchtigkeit und Wissen.
— Dante Alighieri
Lerne nur das Glück zu ergreifen, denn das Glück ist immer da.
— Johann Wolfgang von Goethe
Entdecke Fehler bei dir, bereinige sie; kannst du keine finden, sei umso mehr auf der Hut.