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Sprüche über Menschen

806 Sprüche — Seite 57

Kein Thema ist zugleich so alltäglich und so unergründlich wie das der Menschen. In Begegnungen, Konflikten, Bindungen und Missverständnissen zeigt sich, wie sehr das Leben von Nähe, Abhängigkeit und Verschiedenheit geprägt ist. Wer über Menschen nachdenkt, blickt immer auch auf sich selbst zurück.

Im Miteinander treten nicht nur Charakter und Absicht hervor, sondern auch Verletzbarkeit, Sehnsucht und Widerspruch. Die Sprüche zu diesem Thema bündeln Beobachtungen über das menschliche Zusammenleben und verleihen jener Mischung aus Wärme, Irritation und Erkenntnis eine präzise und oft überraschende Sprache.

  1. Sehen's die Menschen nicht, so sieht es Gott.

  2. Gott läßt sich seine Uhr von keinem Menschen stellen.

  3. Wenn Gott ein Ding verdrießt, so verdrießt es auch bald die Menschen.

  4. Vieh und Menschen muss man nicht zusammenrechnen.

  5. Wenn die Menschen nicht danach sind, oben und unten, hilft die Verfassung nicht, und wäre sie vom Himmel gefallen.

    Adolph Kolping

  6. Ob der Mensch seine Pläne zustande bringt, der Himmel fügt es.

  7. Das Wasser gibt dem Ochsen Kraft, beim Menschen ist's der Rebensaft, drum danke Gott als guter Christ, dass Du kein Ochs geworden bist

  8. Gott denkt in den Genies, träumt in den Dichtern und schläft in den übrigen Menschen

    Peter Altenberg

  9. Wo etwas Dummes gesagt wird, da wird es hell in den Menschenherzen

    Voltaire

  10. Wer einen Menschen tötet, tötet ein vernünftiges Wesen, Gottes Ebenbild; aber wer ein gutes Buch vernichtet, tötet die Vernunft selbst, tötet das Ebenbild Gottes, sozusagen als Abbild.

    John Milton

  11. Die Menschen begehen den Fehler, dass sie ihren Hoffnungen keine Grenzen zu setzen wissen. Sie bauen auf sie, ohne sich nach den eigenen Kräften zu richten, und rennen so ins Verderben.

    Nicolaus Machiavelli

  12. Alle großen Menschen sind bescheiden.

    Gotthold Ephraim Lessing

  13. Das Wort des Menschen ist sein Wesen

  14. Was des Menschen Herzenswunsch ist dazu läßt er sich gern befehligen.

    Joseph Victor von Scheffel

  15. Wie sind wohl die Menschen zu dem Begriff der Freiheit gelangt? Es war ein großer Gedanke.

    Georg Christoph Lichtenberg

  16. Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn.

  17. Der Müßiggang, nicht die Arbeit, ist der Fluch der Menschen

    Samuel Smiles

  18. Für des Menschen wilde Brust ist keine Heimat möglich.

    Johann Christian Friedrich Hölderlin

  19. Die glücklichsten und die allerunglücklichsten Menschen sind im gleichen Maße zur Härte geneigt.

    Charles-Louis de Montesquieu

  20. Die Menschen begreifen gar nicht, wie ernst man sein muss, um heiter zu sein.

    Johann Wolfgang von Goethe