806 Sprüche — Seite 6
Kein Thema ist zugleich so alltäglich und so unergründlich wie das der Menschen. In Begegnungen, Konflikten, Bindungen und Missverständnissen zeigt sich, wie sehr das Leben von Nähe, Abhängigkeit und Verschiedenheit geprägt ist. Wer über Menschen nachdenkt, blickt immer auch auf sich selbst zurück.
Im Miteinander treten nicht nur Charakter und Absicht hervor, sondern auch Verletzbarkeit, Sehnsucht und Widerspruch. Die Sprüche zu diesem Thema bündeln Beobachtungen über das menschliche Zusammenleben und verleihen jener Mischung aus Wärme, Irritation und Erkenntnis eine präzise und oft überraschende Sprache.
Die Katze ist das einzige vierbeinige Tier, das dem Menschen eingeredet hat, er müsse es erhalten, es brauche aber dafür nichts zu tun.
— Kurt Tucholsky
Zuerst die gute Nachricht: Das Glück begegnet uns in ganz vielen Farben. Jetzt die schlechte Nachricht: Die meisten Menschen sind farbenblind.
— Rainer Haak
Meide alles, was die Menschen trennt, und tu alles, was sie eint.
— Leo Tolstoi
Auch beim Geringsten, was wir absichtlich tun, ist das allermeiste unabsichtlich.
— Friedrich Nietzsche
Engstirnige Menschen sind wie Flaschen mit einem engen Hals, je weniger darin ist, desto mehr Geräusch entsteht beim Ausschütten.
— Jonathan Swift
Ich glaube von jedem Menschen das Schlechteste, selbst von mir, - und ich hab mich noch selten getäuscht.
— Johann Nepomuk Nestroy
Der Charakter des Menschen ist sein Schicksal.
— Heraklit von Ephesos
Gott hat Humor. Sonst hätte er nicht den Menschen erschaffen.
— Gilbert Keith Chesterton
Die eigenen Fehler sieht man ein, wenn sie einem an den eigenen Kindern entgegentreten.
Erinnere die Mitmenschen an ihren Sorgen, dann wird dir leicht ums Herz.
— Jeremias Gotthelf
Manche Menschen werden hauptsächlich deshalb für gescheit gehalten, weil ihnen das wenige, das sie wissen, im richtigen Augenblick einfällt.
— Friedrich Julius Stahl
Bei den meisten Menschen ist die Ruhe nichts als Erstarrung und die Bewegung nichts als Raserei.
— Epikur
Du kannst den Regenbogen nicht haben, wenn es nicht irgendwo regnet.
Es ist des Menschen würdiger, sich lachend über das Leben zu erheben, als es zu beweinen.
— Seneca
Wie groß auch ein Auge sein mag - zwei sind besser.
Eigentlich sollte man einen Menschen nicht bemitleiden, besser ist es, ihm zu helfen.
— Maxim Gorki
Wie übel wären wir dran, wenn unsere Hoffnung auf Menschen ruhte.
— Adolph Kolping
Man liebt den andern nicht, wenn man sich nichts von ihm schenken lassen will.
Wie unerträglich sind manchmal Menschen, die glücklich sind, denen alles gelingt.
— Anton Tschechow
Man liebt einen anderen nicht, wenn man nichts von ihm annimmt.