Sprüche über Veränderung
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Nichts Lebendiges bleibt auf Dauer unverändert, und doch wird Veränderung oft zugleich ersehnt und gefürchtet. Sie löst Vertrautes auf, eröffnet Neues und zwingt dazu, sich zu fragen, was bewahrt und was überwunden werden sollte. Deshalb gehört dieses Thema zu den bewegendsten Erfahrungen menschlichen Daseins.
Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich dort, wo Wandel nicht bloß geschieht, sondern bewusst gestaltet wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Entwicklung und Verlust, Mut und Unsicherheit miteinander verbunden sind und warum jeder Neubeginn auch den Abschied von etwas Altem verlangt.
Persönlichkeiten, nicht Prinzipien bringen die Zeit in Bewegung.
— Oscar Wilde
Auch Buddha war zuerst nur ein gewöhnlicher Mensch
Das Fließen des Wassers und die Wege der Liebe haben sich seit Göttergedenken nicht geändert
Der Mensch ist derart in den Menschen verliebt, dass er, wenn er der Stadt entflieht, doch wieder die Menge sucht, d. h., er will die Stadt auch auf dem Lande wiederherstellen.
— Charles Baudelaire
Erreicht die Wellenfront der politischen Machbarkeit den Rand des absoluten Steueraufkommens, werden die neuen Subventionen unter anderen Begriffen und mit anderen Argumenten neu auf die Tagesordnun …
— Christa Schyboll
Nach drei Jahren ist auch das Unbrauchbare zu gebrauchen
Gewohnheiten sind erst Spinnweben, dann Drähte
Das Leben wäre unendlich glücklicher, könnte man mit achtzig zur Welt kommen und sich dann langsam achtzehn nähern.
— Mark Twain
Der Schmetterling vergisst oft, dass er einmal eine Raupe war.
Fürwahr, wer überhaupt fähig ist, zu lernen, der sollte aus der Geschichte der religiösen Verfolgungen lernen, dass es ein Wahnsinn ist, das Rad des menschlichen Fortschritts zurückdrehen zu wollen.
— Wilhelm Liebknecht
Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Umgebung. Vielmehr ist seine Umgebung ein Produkt des Menschen.
— Benjamin Disraeli
Manche Laster lassen im Alter nach, andere werden ärger.
— Erasmus von Rotterdam
Was man am wenigsten gerne wechselt, sind, neben der Behausung, die Gedanken.
— André Gide
Male mich wie ich bin. Wenn du die Narben und Falten fortlässt, zahle ich dir keinen Schilling.
— Oliver Cromwell
Der Wandel ist das Gesetz des Lebens.
— John F. Kennedy
Es gibt weder eine gute noch eine schlechte Zeit, die hundert Jahre dauert.
Glücklich sein ist bei weitem nicht dasselbe als aufhören, unglücklich zu sein.
— Johann Nepomuk Nestroy
Ich glaube nicht, dass zwei zusammenkommen in der Welt, die sich nicht mehr oder minder ändern müssen, wenn sie glücklich bleiben wollen
— Jeremias Gotthelf
Es ist nie zu spät, das zu werden, was man hätte sein können.
— George Eliot
Wenn uns Gewohntes hold und lieb geworden, so ängstigt uns, so schmerzt uns fast das Neue.
— Rupert Johann Hammerling