529 Sprüche — Seite 8
Nichts Lebendiges bleibt auf Dauer unverändert, und doch wird Veränderung oft zugleich ersehnt und gefürchtet. Sie löst Vertrautes auf, eröffnet Neues und zwingt dazu, sich zu fragen, was bewahrt und was überwunden werden sollte. Deshalb gehört dieses Thema zu den bewegendsten Erfahrungen menschlichen Daseins.
Ihre eigentliche Kraft entfaltet sich dort, wo Wandel nicht bloß geschieht, sondern bewusst gestaltet wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie eng Entwicklung und Verlust, Mut und Unsicherheit miteinander verbunden sind und warum jeder Neubeginn auch den Abschied von etwas Altem verlangt.
Die Elster lässt ihr Hüpfen nicht.
Versuche nie, ein Kamel von der Last seiner Höcker zu befreien, sonst befreist du es womöglich davon, ein Kamel zu sein
— Gilbert Keith Chesterton
Die Jugend wäre ein nahezu idealer Zustand, wenn man sie später im Leben haben könnte.
— Herbert Henry Asquith
Unsere Köpfe sind wie eine magische Laterne, in der ein Unbekannter ständig kleine Bilder wechselt.
— Stanislaw Brzozowski
Wandel und Wechsel liebt, wer lebt.
— Richard Wagner
Der Wind des Zeitgeistes weht heute da und morgen da. nd wer sich danach richtet, der wird vom Winde verweht.
— Helmut Kohl
Der Mensch begegnet seinem Schicksal oftmals auf der Strasse, die er nahm, um ihm auszuweichen.
— Jean de La Fontaine
Auf die Füße kommt unsere Welt erst wieder, wenn sie sich beibringen lässt, dass ihr Heil nicht in Maßnahmen, sondern in neuen Gesinnungen besteht
— Albert Schweitzer
Durch die Liebe werden die bittersten Leiden süß, die wunderlichsten Begebenheiten gut, die kleinsten Werke groß und göttlich.
— Gerhard Tersteegen
Länder und Geschlechter verjüngen sich – aber der Frühling des menschlichen Glückes blüht nur einmal. Der Rest ist Asche!
— Ernst Friedr. Ludwig Adolf Eckstein
Wenn du immer deine besten Sachen trägst, bleibt dir kein Sonntagskleid.
Nichts kann unverwandelt gerettet werden, nichts, das nicht das Tor seines Todes durchschritten hätte.
— Theodor W. Adorno
Je tiefer wir das Leiden durchschauen, umso näher kommen wir dem Ziel der Befreiung vom Leiden.
— Dalai Lama
Um die Seele zu füllen, muss sie erst entleert werden.
— Thukydides
Zwei Dinge sollte ein Mensch nie beklagen: das, was er ändern kann, und das, was er nicht ändern kann.
— Thomas Fuller
Ein einz'ger Augenblick kann alles umgestalten.
— Karl Maria von Weber
Es gibt nichts Beständigeres als die Unbeständigkeit.
— H. J. Christoph von Grimmelshausen
Es hilft nichts, das Unvollkommene heutiger Wirklichkeit zu höhnen oder das Absolute als Tagesprogramm zu predigen. Lasst uns stattdessen durch Kritik und Mitarbeit die Verhältnisse Schritt für Schrit …
— Gustav Walter Heinemann
Die meisten können und wollen nicht heraus aus dem Konventionellen: weder im Denken, noch im Fühlen, am allerwenigstens im Handeln
— Otto Weiss
Der Krieg ist nichts anderes als die Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln
— Carl Philipp Gottfried von Clausewitz