Sprüche über Essen
389 Sprüche — Seite 12
Was den Körper erhält und Gemeinschaft stiftet, ist weit mehr als bloße Notwendigkeit. Essen verbindet Bedürfnis mit Genuss, Alltag mit Ritual und verrät oft viel über Kultur, Maß und Lebensart. Deshalb besitzt dieses Thema eine überraschende Tiefe, die weit über Küche und Hunger hinausreicht.
Am Tisch zeigen sich Nähe, Dankbarkeit und manchmal auch die Grenzen des Überflusses. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Essen als Quelle von Freude, Sinnlichkeit und Erkenntnis darüber, dass das Einfachste oft den unmittelbarsten Wert besitzt.
Um eines kleinen Bissens Fleisches willen berauben wir eine Seele des Lichtes und der Spanne von Zeit, in die sie hineingeboren wurde, sich daran zu erfreuen.
— Plutarch
Die Nahrung soll Deine Medizin sein und nicht die Medizin Deine Nahrung
— Hippokrates von Kós
Das beste Tischgespräch ist das Schweigen schwelgender Gäste
Dem Satten schmeckt das Beste nicht
Was der Bauer nicht kennt, frisst er nicht
Keine Speise wird gar und kein Brot wird gebacken ohne Feuer, und doch will der Mensch reif werden ohne Leid.
Manche Menschen richten ihr Leben so ein, dass sie von Vorspeisen und Beilagen leben. Das Hauptgericht lernen sie nie kennen.
— José Ortega y Gasset
Enten legen ihre Eier in Stille. Hühner gackern dabei wie verrückt. Was ist die Folge? Alle Welt ißt Hühnereier
— Henry Ford
Gott, was ist Glück! Eine Grießsuppe, eine Schlafstelle und keine körperlichen Schmerzen - das ist schon viel!
— Theodor Fontane
Wer essen will, ohne sich auf die Kochkunst zu verstehen, wird über die dargereichten Speisen kein sicheres Urteil fällen können.
— Platon
Wenn alle Leute wären reich, und alle Leute wären gleich, und wären all' zu Tisch gesessen- wer wollt' auftragen Trinken und Essen?
Hoffart wird gar leicht gelernt, aber schwer vergessen. Große Schüsseln kauft sie noch, hat sie nichts zu essen.
— Wilhelm Müller
Wer mit Schmerzen arbeitet, wird mit Freuden essen.
Die Kunst ist zwar nicht das Brot, aber der Wein des Lebens.
— Jean Paul
Ein anregendes Buch – eine Speise, die hungrig macht.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Der Kluge isst den Braten sofort und das Brot später.
Brot und Wasser stillen den Hunger jedes Menschen, aber unsere Kultur hat die Gastronomie erfunden.
— Honoré de Balzac
Ob aber ein fröhliches Mahl überhaupt ohne Frauen denkbar ist, lasse ich unentschieden.
— Erasmus von Rotterdam
Gib einem Bär Honig, und du wirst deinen Arm einbüßen, wenn das Vieh Hunger hat!
— Bertolt Brecht
Die Gesellschaft setzt sich aus nur zwei großen Klassen zusammen: die einen haben mehr Mahlzeiten als Appetit, und die andern weit mehr Appetit als Mahlzeiten.
— Nicolas Chamfort