Sprüche über Essen
389 Sprüche — Seite 15
Was den Körper erhält und Gemeinschaft stiftet, ist weit mehr als bloße Notwendigkeit. Essen verbindet Bedürfnis mit Genuss, Alltag mit Ritual und verrät oft viel über Kultur, Maß und Lebensart. Deshalb besitzt dieses Thema eine überraschende Tiefe, die weit über Küche und Hunger hinausreicht.
Am Tisch zeigen sich Nähe, Dankbarkeit und manchmal auch die Grenzen des Überflusses. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Essen als Quelle von Freude, Sinnlichkeit und Erkenntnis darüber, dass das Einfachste oft den unmittelbarsten Wert besitzt.
Eher muss man darauf achten, mit wem man isst und trinkt, als was man isst und trinkt
— Seneca
Wie hoch auch ein Vogel fliegen mag, seine Nahrung sucht er auf der Erde.
Iss mit deinem Freund, aber mach keine Geschäfte mit ihm!
Freunde wollen Wein und Fleisch, ein Ehegatte braucht Holz und Reis.
Das Leben läuft fast ab wie ein Bankett: Ich bin mittlerweile leider beim Käse angelangt, aber er schmeckt mir auch.
— Edvard Grieg
Der Mensch bedarf des Lobes fast wie der Nahrung.
— Emanuel Wertheimer
An kleinen Brunnen löscht man auch den Durst.
Aus gebratenen Eiern kommen keine Hühner.
Wo sechse essen, spürt man den siebenten nicht
Auf das schönste Fleisch sitzen gerne Schmeißfliegen
Lieber einen Darm im Leibe gesprengt, als dem Wirt einen Tropfen geschenkt.
Eier in der Pfanne geben Kuchen, aber keine Küken.
Menschen essen alle Arten von Fischen, aber dem Hai machen sie einen Vorwurf daraus.
Der Mensch befindet sich niemals im Besitz uneingeschränkter Freiheit, sondern er besitzt nur eine zweiter Ordnung, zum Beispiel steht es ihm frei, das oder das zu essen, nicht aber, überhaupt nicht z …
— Antoine de Rivarol
Dem Hunger entflieht man nicht mit den Füßen, sondern mit den Händen.
Die Sauce ist für die Kochkunst, was die Grammatik für die Sprache.
Es wird mit Recht ein guter Braten gerechnet zu den guten Taten, und daß man ihn gehörig mache, ist weibliche Charaktersache.
— Wilhelm Busch
Es ist ein Brauch von Alters her: Wer Sorgen hat, hat auch Likör
— Wilhelm Busch
Der Gedanke macht ihn blaß, wenn er fragt: Was kostet das?
— Wilhelm Busch
Die Ehe ist nicht heisser Reis, den man ausspucken kann, wenn man sich den Mund verbrennt.