Sprüche über Reichtum
516 Sprüche — Seite 32
Was ein Leben reich macht, lässt sich nicht allein in Zahlen, Besitz oder Ansehen fassen. Reichtum kann ebenso in Beziehungen, Zeit, Gesundheit, innerer Freiheit oder in der Fähigkeit liegen, das Wesentliche zu schätzen. Gerade deshalb besitzt dieses Thema eine Tiefe, die weit über materiellen Gewinn hinausreicht.
Seine entscheidende Frage lautet nicht nur, was jemand hat, sondern wodurch er sich wirklich erfüllt fühlt. Die Sprüche zu diesem Thema stellen äußeren Wohlstand und inneren Gehalt nebeneinander und zeigen, warum echter Reichtum oft dort beginnt, wo Gier endet und Dankbarkeit einsetzt.
Wer Armut ertragen kann, ist reich genug.
Der Armut geht wenig ab, dem Geize alles.
Armut und Alter, das sind zwei schwere Bürden, es wär' an einer genug.
Was aus Armut geschieht, soll man leicht vergeben.
Wenn der große Beutel kommt, so verwirft man den kleinen.
So geht es in der Welt, der eine hat den Beutel, der andere hat das Geld.
Alte Diener, Hund und Pferd sind bei Hof in gleichem Wert.
Leichter ein Dorf vertan als ein Haus erworben
Ein Edelstein gilt so viel, als ein reicher Narr dafür geben will
Ehrlich macht reich, aber langsam geht's her.
Wer sein eigner Herr kann sein, geh' keinen Dienst bei Herren ein.
E i n Pfennig in der Sparbüchse macht mehr Gerassel, als wenn sie voll wäre
Wer will wohl und selig sterben, lass sein Gut den rechten Erben
Du hast noch kein Erbe mit ihnen geteilt!
Wo ein schöner Fleck ist, da schmeißt der Teufel ein Kloster hin oder einen Edelmann
Was die Frau erspart, ist so gut, als was der Mann erwirbt
Wenn der Mann einlöffelt und die Frau ausscheffelt, muss die Wirtschaft zugrunde gehen
Die Frau kann mit der Schürze mehr aus dem Hause tragen, als der Mann mit dem Erntewagen einfährt.
Besser ein Ei im Frieden als ein Ochs im Kriege
Fried und ein neugebautes Haus sind nimmer zu teuer