514 Sprüche — Seite 11
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Des Ruhmes Würdigkeit verliert an Wert, wenn der Gepriesene selbst mit Lob sich ehrt.
— William Shakespeare
Wenn man wenig stiehlt, kommt man ins Gefängnis. Wenn man viel stiehlt, macht man Karriere.
Bewundern kann der Mensch allein, und alles Bewunderung Erregende ist ein Bote Gottes.
— Clemens Brentano
Manche Menschen gelten nur deshalb etwas in der Welt, weil ihre Fehler die Fehler der Gesellschaft sind.
— François de la Rochefoucauld
Man muss die Leute an ihren Einfluss glauben lassen – Hauptsache ist, dass sie keinen haben
— Ludwig Thoma
Es ist sicher eine schöne Sache, aus gutem Haus zu sein. Aber der Verdienst gebührt den Vorfahren.
— Plutarch
Schreibe nicht auf deine Rechnung das, wovon anderen das Verdienst gebührt. Suche selbst zu verdienen, dass man dich um deinetwillen ehre.
— Adolph Freiherr von Knigge
Geduld verlieren heißt Würde verlieren.
Beachtung braucht der Mensch wie die Blume die Sonne
Lob macht gute Menschen besser und schlechte schlechter.
— Thomas Fuller
Wie wär's, wenn du es mal erprobst, und, wo berechtigt, andre lobst? Und stell dir vor, wenn du erst merkst, dass du mit Lob Menschen auch stärkst!
— Karl-Heinz Söhler
Es gibt bestimmte Fehler, welche - gut dargestellt - besser glänzen als Tugenden!
— François de la Rochefoucauld
Das Schönste, was man jemand auf der Welt antun kann, ist, sich von ihm belehren zu lassen.
— John Steinbeck
Wir lieben immer die Menschen, die uns bewundern. Aber nicht immer die, die wir bewundern.
— François de la Rochefoucauld
Blumen sind die schönen Worte und Hieroglyphen der Natur, mit denen sie uns andeutet, wie lieb sie uns hat.
— Johann Wolfgang von Goethe
Die Großen schätzen den Menschen nur in dem Grade, in welchem sie Nutzen von ihm ziehen können.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Jeder Mensch ist wichtig, der den Posten, auf dem er steht, ganz ausfüllt. Sei der Wirkungskreis noch so klein, er ist in seiner Art groß
— Friedrich von Schiller
Größe ist nicht, Anerkennungen zu erhalten, sondern sie zu verdienen
— Aristoteles
Es ist gewiss, dass keine Musik komponiert, kein Gemälde gemalt und kein Gedicht gedichtet würde, wenn nicht der Trieb, auf andere zu wirken, im Menschen läge
— Karl Maria von Weber
Neid ist unbedingte Anerkennung.
— Emanuel Wertheimer