514 Sprüche — Seite 12
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Um fremden Wert willig und frei anzuerkennen und gelten zu lassen, muss man eigenen haben.
— Arthur Schopenhauer
Es ist gewiss, dass keine Musik komponiert, kein Gemälde gemalt und kein Gedicht gedichtet würde, wenn nicht der Trieb, auf andere zu wirken, im Menschen läge
— Karl Maria von Weber
Es ist ungemein wichtig und nützlich, selbst in einem kleinen Wirkungskreis als gutes Beispiel zu wirken, denn auf diese Weise beeinflusst man Dutzende und Hunderte von Menschen.
— Fjodor M. Dostojewski
Um einander zu achten, muss man sich zunächst kennen.
— Pierre Baron de Coubertin
Nichts wie die Schmeichelei ist so gefährlich dir. Du weißt es, dass sie lügt, und dennoch glaubst du ihr.
— Friedrich Rückert
Für seine Arbeit muss man Zustimmung suchen, aber niemals Beifall.
— Charles-Louis de Montesquieu
Erwarte kein Lob ohne Neid, bevor du tot bist!
— Charles Caleb Colton
Gib dich jeder Frau gegenüber so, als seist du in sie verliebt,und jedem Manne, als sei er dir überlegen! Bald wirst du dich im Rufe des vollendeten Gentleman befinden
— Oscar Wilde
Ein klassisches Werk ist ein Buch, das die Menschen loben, aber nie lesen
— Ernest Miller Hemingway
Gute Arbeit wird durch ein stärkendes Umfeld gefördert. Würdelose Behandlung untergräbt sie.
— Else Pannek
Niemand, der die Geschichte kennt, wird die Gefahren gering schätzen, die darin liegen, dass für Tagesruhm und Geld auch gewandte Redner jederzeit zu kaufen sind.
— Adolf Wilhelm Ferdinand Damaschke
Nur wenigen ist ihre Glaubwürdigkeit mehr wert als Geld.
— Sallust
Was man nicht beachtet, das verliert seine Kraft; worüber man zürnt, das scheint man dadurch als wahr anzuerkennen.
— Tacitus
Nicht mit Worten wirkt man auf den anderen, sondern durch sein Wesen.
— Romain Rolland
Es gibt zwei gefährliche Abwege: die Vernunft schlechthin abzulegen und außer der Vernunft nichts anzuerkennen
— Blaise Pascal
Der Erwachsene achtet auf Taten, das Kind auf Liebe.
Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allzumal, dass die Männer durch sie geboren werden
— Martin Luther
Es ist viel mehr wert, jederzeit die Achtung der Menschen zu haben, als gelegentlich ihre Bewunderung.
— Jean-Jacques Rousseau
Akzeptiere nie die Behauptung, andere würden dich besser kennen, als du dich selbst.
— Dwight "Ike" David Eisenhower
Wer aufrecht seinen Weg sucht, ist stets seinem Gewissen verantwortlich. Dem dürfen wir unsere Achtung nicht versagen, er mag mit uns oder gegen uns sein.
— Jean de la Bruyère