514 Sprüche — Seite 17
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Ergebenheit ist in einem gewissen Grade mit Zuneigung verwandt, obschon sie, hauptsächlich aus Ehrfurcht bestehend, häufig mit Furcht verbunden ist.
— Charles Robert Darwin
Man sagt nichts Wesentliches über den Dom aus, wenn man nur von den Steinen spricht.
— Antoine de Saint-Exupéry
Den besten Gebrauch von seinem Leben macht derjenige, der es einer Sache widmet, die ihn überdauert.
— William James
Toleranz sollte eigentlich nur eine vorübergehende Gesinnung sein; sie muß zur Anerkennung führen. Dulden heißt beleidigen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Zu einem Hund, der Geld hat, sagen die Leute "Herr Hund"
Man soll die lieben, über die man befiehlt, aber man soll es ihnen nicht sagen
— Antoine de Saint-Exupéry
Keine wahre und dauernde Liebe kann ohne Achtung bestehen; jede andere zieht Reue nach sich und ist einer edlen Sache unwürdig.
— Johann Gottlieb Fichte
Die beste Arbeit, die man tun kann, ist das, was man ohne Lob in der Stille tut.
— Vincent van Gogh
Der Stand der Frauen den Männern gegenüber ist wahrlich ein harter
— Euripides
Ohne den Mut verkleinern zu wollen, mit dem manche ihr Leben geopfert haben, sollten wir auch jenes Mutes nicht vergessen, mit dem andere ihr Leben gelebt haben.
— John F. Kennedy
Das Schicksal einer Gesellschaft wird dadurch bestimmt, wie sie ihre Lehrer achtet
— Karl Theodor Jaspers
Daheim werden verständige Männer am wenigsten geschätzt.
Die Tat wird vergessen, doch das Ergebnis bleibt bestehen.
— Ovid
Die Ruhmsucht wird auch von den Weisen zuallerletzt abgelegt.
— Tacitus
Man leiste nur was und lasse Wirkungen von sich ausgehen, so kommen gute Gegenwirkungen von selbst.
— Theodor Storm
Was ist Ehre ohne Verdienst? Und was kann man gerechtes Verdienst nennen, wenn nicht das, was einen Menschen sowohl gut als groß macht?
— Daniel Defoe
Ruhm ist die Summe der Missverständnisse, die sich um einen Namen sammeln.
— Rainer Maria Rilke
Es ist eine Schwäche großer Herren, mit dem Grundbaß von "Ich sage etwas" zu reden, zur Marter der Zuhörer: Bei jedem Satz horchen sie nach Beifall oder Schmeichelei und treiben die Geduld der K …
— Baltasar Gracián y Morales
Bei seinem Tun und Lassen sollte es dem Menschen auf Billigung und nicht auf Beifall ankommen.
— Charles-Louis de Montesquieu
Nicht das macht frei, dass wir nichts über uns anerkennen wollen, sondern eben, dass wir etwas verehren, was über uns ist.
— Johann Wolfgang von Goethe