Sprüche über Anerkennung
514 Sprüche — Seite 5
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Nicht den Sieg, sondern den Weg zum Ziel gilt es zu schätzen
Was soll mir das Lob von Menschen, welche nicht tadeln können?
— Annette von Droste-Hülshoff
Der Heuchler fastet, damit man ihn lobe; der Geizhals, damit man seine Börse fülle; der Gerechte, um Gott zu gefallen.
— Antonius von Padua
Wenn die Sonne nicht auf Lob und Bitten wartet, um aufzugehen, sondern eben leuchtet und von der ganzen Welt begrüßt wird, so darfst auch du weder Schmeichelei noch Beifall brauchen, um Gutes zu tu …
— Epiktet
Es gibt eine Menge Leute auf der Welt, die in der Hölle sind, weil sie zu sehr vom Urteil anderer abhängen.
— Jean-Paul Sartre
Den Menschen geht es wie den Büchern, sie werden manchmal zu spät geschätzt.
— Honoré de Balzac
Das Leben gleicht einer Stunde; vertraue daher nie auf die Länge Deiner Jahre und denke daran: Nach dem Tode zählen nur die Taten eines Menschen, nicht mehr sein Geld.
Vereint sind auch die Schwachen mächtig
Der Mensch bedarf der Teilnahme und Anregung, wenn etwas gelingen soll.
— Johann Peter Eckermann
Werde nie der Freund irgendjemandes, den du nicht achten kannst.
— Charles Robert Darwin
Wer sich nur seiner Vorfahren rühmt, bekennt damit, dass er einer Familie angehört, die tot mehr wert ist als lebendig.
— Neill Lawson
Ein Lob bewirkt mehr als Kritik. Es stärkt die positiven Kräfte.
— Else Pannek
Darin besteht das unantastbare Recht vieler: dasjenige zu ernten, was andre gesät haben.
— Otto Weiss
Nimm mich wie Gott mich hat gemacht, und leih mir keine fremden Züge.
— Annette von Droste-Hülshoff
Um in der Welt Erfolg zu haben, braucht man Tugenden, die beliebt, und Fehler, die gefürchtet machen.
— Joseph Joubert
Man sollte nicht die Nachkommen eines verdienten Mannes mit ihm ehren, sondern seine Vorfahren.
— Carl Ludwig Schleich
Ich habe große Achtung vor der Menschenkenntnis meines Hundes, er ist schneller und gründlicher als ich.
— Otto von Bismarck
Es weiß ein Esel immer einen anderen zu schätzen
— Eckhart von Hochheim
Nur wer den Menschen liebt, wird ihn verstehen. Wer ihn verachtet, wird ihn nicht einmal sehen
— Christian Morgenstern
Ist die Frau weniger wert als der Mann? Wer diese Frage beantwortet, muss auch sagen, ob Feuer mehr wert ist als Wasser.
— Carl Ludwig Schleich