Sprüche über Anerkennung
514 Sprüche — Seite 15
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Manche Männer sind, wenn sie ohne Frauen bleiben, ruhmlos wie ein Tag, der keine Sonne hatte.
— Hildegard von Bingen
Erkennen ist eine große Leistung des Geistes. Anerkennen eine solche des Herzens.
Wenige Menschen haben nicht den Wunsch, von Zeit zu Zeit ihrer Verdienste versichert zu werden
— Marquis de Vauvenargues
Mach es wenigen recht - vielen gefallen ist schlimm!
— Friedrich von Schiller
Wer nicht verachtet, der kann auch nicht achten.
— Friedrich von Schlegel
Es kann einem nichts Schlimmeres passieren, als von einem Halunken gelobt zu werden.
— Robert Schumann
Die Anerkennung ernster Menschen gewinnen wir durch Leistung, die der Masse durch Glück.
— François de la Rochefoucauld
Wir müssen lernen, den Menschen weniger auf das, was er tut oder läßt, als auf das, was er leidet, anzusehen.
— Dietrich Bonhoeffer
Kennt ihr die Arznei des Beispiels, die Heilkraft der Bewunderung und der seelenstärkenden Achtung?
— Jean Paul
Wer sich nicht wehrt, der wird nicht geehrt.
Niemand kann alles alleine machen. Deshalb sollte man grosszügig sein und denen Anerkennung spenden, die mithelfen.
Das höchste aller Gefühle für einen Menschen ist, dass er anerkannt und geschätzt wird.
Wer sich selber lobt, findet schnell seine Spötter.
— Publius Syrus
Auf zweierlei sollte man sich nie verlassen: Wenn man Böses tut, dass es verborgen bleibt, wenn man Gutes tut, dass es bemerkt wird
— Ludwig Anton Salomon Fulda
Wenn jemand bescheiden bleibt, nicht beim Lobe, sondern beim Tadel, dann ist er's.
— Jean Paul
Du willst bei Fachgenossen gelten? Das ist verlorne Liebesmüh, Was Dir missglückt, verzeihen sie selten; Was Dir gelingt, verzeihen sie nie!
— Oscar Blumenthal
Wenn wir Abschied nehmen, wird unsere Neigung zu dem, was wir schätzen, immer noch etwas wärmer.
— Michel de Montaigne
Sich tatkräftig für seine Angestellten einzusetzen, ist eine der besten Investitionen, die man machen kann.
Was ein Mensch in der Welt auch tue, und sei es noch so weitwirkend: Hat er nicht seine Pflicht gegen seine Eltern erfüllt, so ist alles andere hinfällig.
— Solon
Bei großen Unternehmungen allen zu gefallen, ist schwierig.
— Solon