514 Sprüche — Seite 14
Der Wunsch nach Anerkennung begleitet den Menschen weit tiefer, als es äußere Höflichkeit vermuten lässt. Gesehen, gewürdigt und im eigenen Bemühen ernst genommen zu werden, gehört zu den stillen Bedürfnissen jeder Person. Darum berührt dieses Thema Selbstwert, Leistung und zwischenmenschliche Gerechtigkeit zugleich.
Ihre Ambivalenz zeigt sich darin, dass Anerkennung stärken kann, aber nicht zum einzigen Maßstab eines Lebens werden darf. Die Sprüche zu diesem Thema fragen nach echtem Verdienst, nach äußeren Urteilen und innerer Unabhängigkeit und machen sichtbar, wie fein die Grenze zwischen Würdigung und Abhängigkeit verläuft.
Man muss den Tag glücklich preisen, an dem man etwas Böses verhütet oder etwas Gutes gefördert hat
— Vinzenz von Paul
Der Neid ist die aufrichtigste Form der Anerkennung
— Wilhelm Busch
Willst du dich deines Wertes freuen, so musst der Welt du Wert verleihen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Bewundern, lieben, anerkennen wer das nicht kann, ist arm zu nenen.
— Friedrich Rückert
Der Mensch setzt Ruhm an wie das Schwein Fett.
Eine Idee, die anregen soll, muss zu dem Einzelnen kommen mit der Wucht einer Offenbarung
— William James
Sprich über das Moderne ohne Verachtung und über das Alte ohne Vergötterung.
— Philip Chesterfield
Der Begleiter des Ruhms ist der Neid
— Cornelius Nepos
Wer allen dienen will, kommt immer am schlimmsten weg.
Was andere uns zutrauen, ist meist bezeichnender für sie als für uns.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Geschichte handelt fast nur von schlechten Menschen, die später gutgesprochen worden sind.
— Friedrich Nietzsche
Doch ehe man Respekt geniesst, muss man ihn sich verdienen. Und um ihn zu verdienen, darf man sich ihn nicht wünschen.
— Leo Tolstoi
Das Wichtigste im Leben ist halt doch, dass man sich eines guten Rufes erfreut. Dann kann man sich leisten, was man will!
— Don Bosco
Es ist keine Ehre von einem Narren gelobt zu werden
— Konfuzius
Ich habe gefunden, dass Menschen mit Geist und Witz auch immer eine feine Zunge besitzen; jene aber mit stumpfem Gaumen beides entbehren.
— Voltaire
Wer auf Hochachtung pocht, fordert alles um sich zum Tadel heraus. Eine jede Entdeckung auch des mindesten Fehlers macht jedermann eine wahre Freude.
— Immanuel Kant
Ruhige, stille Hochachtung ist mehr wert als Anbetung, Verehrung, Entzückung.
— Adolph Freiherr von Knigge
Der Ruhm ist wie ein Fluss, der leichte und aufgedunsene Dinge hochspült und schwere und feste Dinge untergehen lässt.
— Francis Bacon
Es ist unmöglich, der ganzen Welt und seinem eigenen Vater zu gefallen.
— Jean de La Fontaine
Ein Charakter ist wie ein Baum und der gute Ruf wie sein Schatten
— Abraham Lincoln