50 Sprüche — Seite 10
Das Wetter bestimmt Stimmungen, Alltag und Landschaft stärker, als viele wahrhaben wollen. Es ist mal Gesprächsstoff, mal Lebensgrundlage und immer ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht alles beherrscht. Gerade diese Mischung aus Nähe, Laune und Naturmacht macht das Thema so dauerhaft gegenwärtig.
Wenn es dem Severin gefällt, dann bringt er mit die große Kält'. (08. Jan.)
Auf windige Weihnachten folgt ein glückliches Jahr. (26. Dez.)
Stellt der Juni mild sich ein wird mild auch der Dezember sein.
So wie Ignaz stellt sich ein, wird der nächste Januar sein. (31. Juli)
Tummeln die Krähen sich noch, bleibt lang des Winters Joch.
Fröste im Mai schädlich sind, gut hingegen sind die Wind'.
Weiße Lichtmess - grüne Ostern. (02. Feb.)
Fällt im Oktober das Laub sehr schnell, ist der Winter bald zur Stell'.
Wenn Winde wehen im Advent, dann wird uns reiche Ernt' geschenkt.
Morgenrot am ersten Tag, Unwetter bringt und große Plag'.
Wenn's auf dem Berg gereift hat, so ist im Tal alles erfroren.
Wie der Basillus, so der September. (02. Jan.)
Nach Martinstag viele Nebel sind, so wird der Winter meist gelind. (11. Nov.)
Tummeln sich an Gertrud die Haselmäuse, ist es weit mit des Winters Eise. (17. Nov.)
St. Martin setzt sich schon mit Dank zum warmen Ofen auf die Bank. (11. Nov.)
Hält der Oktober das Laut, liegt zu Christnacht noch Staub.
Wie das Wetter am Markarius war, so wird der September, trüb oder klar. (04. Jan.)
Friert es auf Virgilius, im Märzen Kälte kommen muss. (27. Nov.)
So viel Nebel im Märzen steigen, so viel sich Wetter im Sommer zeigen.
Gießt der St. Gall wie aus einem Fass, ist der nächste Sommer nass. (16. Okt.)