50 Sprüche — Seite 12
Das Wetter bestimmt Stimmungen, Alltag und Landschaft stärker, als viele wahrhaben wollen. Es ist mal Gesprächsstoff, mal Lebensgrundlage und immer ein Zeichen dafür, dass der Mensch nicht alles beherrscht. Gerade diese Mischung aus Nähe, Laune und Naturmacht macht das Thema so dauerhaft gegenwärtig.
Vor Michaeli sä' mit halber Hand, dann aber streu mit ganzer Hand. (29. Sept.)
Von Michel bis Hieronymus, mach auf's Weihnachtswetter den Schluss. (30. Sept.)
Nach St. Vitus ändert sich die Zeit, alles geht auf die andere Seit'. (15. Juni)
Der Wind dreht sich um St. Veit, da legt sich's Laub auf die andere Seit'. (15. Juni)
Heiliger Veit, regne nicht, dass es uns nicht an Gerst' gebricht. (15. Juni)
Wer dem Veit nicht traut, kriegt auch kein Kraut. (15. Juni)
Wenn's St. Severin gefällt, bringt er die erste Kält'. (23. Okt.)
Ursula will uns sagen, bald könnt' das Feld Schnee tragen. (21. Okt.)
Ist's am Fortunatstag klar, so verheißt's ein gutes Jahr. (12. Juni)
Wenn Barnabas bringt Regen, so gibt es auch viel Traubensegen. (11. Juni)
Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass. (11. Juni)
Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was verdorben ist. (11. Juni)
Ursula bringt's Kraut hinein, sonst schneien Simon und Juda drein. (21. Okt.)
Barnabas macht Bäum' und Dächer nass. (11. Juni)
Wirft herbei Andrä Schnee, so tut's dem Korn und Weizen weh. (30. Nov.)
Soll Feld und Garten wohl gedeih'n, dann braucht's im Juni Sonnenschein.
Wenn's im Juni viel regnet, ist der Graswuchs gesegnet.
Wenn im Juni Nordwind geht, kommt Gewitter oft recht spät.
Justin klar, gutes Jahr. (01. Juni)
Hat Martin einen weißen Bart, wird der Winter lang und hart. (11. Nov.)