Sprüche über Ärger
492 Sprüche — Seite 12
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Bist du wütend, zähle bis vier, bist du sehr wütend, fluche.
— Mark Twain
Wer seinen Zorn runterschluckt, hat ihn noch lange nicht verdaut.
— Sebastian Kneipp
Zur Beruhigung der Gemüter trägt angemessene Beschäftigung viel bei.
— Wilhelm von Humboldt
Wer auf einen Dummen hört, dem geht die Sonne unter
Grobe Säcke kann man nicht mit Seide nähen.
Man ist unzufrieden, wenn jemand, dem man doch selber den Abschied gegeben hat, sich bald tröstet
— Otto Flake
Es ist sinnlos, dem Schicksal zu grollen, es nimmt keine Klagen an.
— Mark Aurel
In der grossen Freude soll man niemandem etwas versprechen, in einem grossen Ärger soll man keinen Brief schreiben.
Vertage die Sorgen bis auf morgen, eh du's gedacht, kommt Hilfe über Nacht.
— Theodor Fontane
Kummer unausgesprochen hat schon manches Herz gebrochen. Mit Geschwüren, die man nicht kratzen kann, ist man am allerschlimmsten dran.
Es wird vielen Leuten lächerlich sein, und manchen frommen Christen ärgerlich, dass wir auf einen Hund so viel Rücksicht nehmen.
— Adalbert Stifter
Ich habe kein Ehepaar kennengelernt, in dessen Leben es noch nie eine Revolution gegeben hat.
— John Knittel
Bisweilen sind wir unwilliger, wenn unsere Erwartungen teilweise, als wenn sie gar nicht erfüllt werden.
— Otto Weiss
Wer austeilt, muss auch einstecken.
Das Böse, das man über andere sagt, erzeugt nur Böses
— Nicolas Boileau-Despreaux
Geschäfte, die weniger wichtig sind, brauchen deshalb noch nicht weniger lästig zu sein.
— Michel de Montaigne
Der Feinde Fehler soll man kennen, aber nicht nennen
Diplomaten ärgern sich nie. Sie machen sich Notizen.
— Charles de Talleyrand
Was man nicht beachtet, das verliert seine Kraft; worüber man zürnt, das scheint man dadurch als wahr anzuerkennen.
— Tacitus
Wer sich zum Esel macht, dem wird aufgepackt.