492 Sprüche — Seite 17
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Ohrfeige nennt man diese Handlung, der Forscher nennt es Kraftverwandlung.
Die, welche dir die Nächsten und Liebsten sind, erträgst du manchmal schwer. Sei gewiss, es geht ihnen mit dir ebenso.
— Ernst von Feuchtersleben
Ihr Unzufriedenen in der Ehe habt euch eure Leiden selbst zugezogen, weil ihr so unbesonnen, so eilig, so vernunftlos in euerer Wahl waret.
— Abraham a Sancta Clara
Große, starke Seelen sind selten ärgerlich, desto mehr aber schwache und fast alle Weiber
— Karl Julius Weber
Gerechtigkeit wird nur dort herrschen, wo sich die vom Unrecht nicht Betroffenen genauso entrüsten wie die Beleidigten.
— Platon
Zwietracht und Streit sind das Werk anmaßender Begierden und Leidenschaften.
— Johann Georg Adam Forster
Ein Tag, der morgens beginnt, kann nicht mehr gut werden
— Ernest Miller Hemingway
Du magst dich grade selber nicht, alles wird für dich zur Pflicht, mach eine Dummheit wie als Kind, die Wirkung ist ganz unbestimmt, ob du nun Er bist oder Sie - schaden kann das nie.
Das schnellste Pferd kann ein im Zorn gesprochenes Wort nicht einholen.
Die Musik bei einem Hochzeitszug erinnert mich immer an die Musik von Soldaten, die in den Krieg ziehen.
— Christian Johann Heinrich Heine
Wenn Du mit lieben Freunden streitest, bezieh Dich nur auf die aktuelle Situation - lass die Vergangenheit ruhen.
— Dalai Lama
Eine Lüge schleppt zehn andere nach sich
Wenn der Kummer zu tief für's Weinen ist, kann er ein Lied auf unsere Lippen bringen.
Ein zänkisches Weib ist wie ein immer durchtriefendes Dach.
— Abraham a Sancta Clara
Lachen erhält uns vernünftiger als der Verdruß.
— Gotthold Ephraim Lessing
Mache das Geld zu deinem Gott, und es wird dich quälen wie der Teufel.
— Henry Fielding
Borg dir Probleme, wenn es dich danach drängt; aber leihe sie nicht deinen Mitmenschen.
— Rudyard Kipling
Arznei vertreibt eingebildete Krankheiten, doch Wein nicht wirklichen Kummer.
Der Mißbrauch unserer Fähigkeiten macht uns unglücklich und böse
— Jean-Jacques Rousseau
Die Empörung ist der Zorn der Gerechtigkeit.
— Sully Prudhomme