492 Sprüche — Seite 24
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Wenn dich die Leut verdrießen, Wehmut dein Herz beschleicht, tu ihnen rasch was Gutes, dann ist dir wieder leicht.
So ist's nun mal auf dieser Welt, und ich find's gar nicht gut: Die kleinen Diebe hängt man, vor den großen zieht man den Hut.
Auch die kleinsten Freudenkörner nur recht fröhlich aufgepickt! Denn sie helfen dir verdauen, was sonst schwer im Magen liegt.
Das Glück gleicht oft dem Schlingel, der nachts vor deinem Haus zum Scherz reißt an der Klingel, und dann kneift aus. Wir über solches Treiben sich ärgert, ist ein Tor. Du musst ans Haus nur schr …
Wenn Gott ein Ding verdrießt, so verdrießt es auch bald die Menschen.
Was alle Welt verdrießt, verdrießt auch Gott.
Ich brauche keine Hummeln in meinem Bienenkorb.
Den Kranken ärgert die Fliege an der Wand.
Die kleinen Miseren des Lebens helfen uns manchmal über sein großes Elend hinweg.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Manche Leute verstehen unter einem stillen Teilhaber einen Mann, der keinen Krach schlägt, wenn er Geld verliert.
— Henry Ford
Wider Zweifel und ärgerliche Gedanken ist das Lob Gottes ein bewährtes Mittel. Finsternis kann nicht anders als durch Licht überwunden werden.
— Johann Albrecht Bengel
Alle Welt klagt über den Journalismus, und jedermann möchte ihn für sich benutzen.
— Gustav Freytag
Was ist des Menschen Leben? Ein Schwanken hierhin - dorthin - von Sorge zu Sorge. Ein Loch stopft man zu, - ein anderes ist gleich wieder da.
— Laurence Sterne
Wo Technik im Spiel ist, tritt die Katastrophe in Galauniform auf.
— Martin Kessel
Die Welt ist nicht aus Brei und Mus geschaffen, deswegen haltet euch nicht wie Schlaraffen: Harte Bissen gibt es zu kauen; wir müssen erwürgen oder verdauen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Es ist unmöglich, jemandem ein Ärgernis zu geben, wenn er es nicht nehmen will.
— Friedrich von Schlegel
Sei darauf bedacht, auch in harten Tagen deinen Gleichmut zu bewahren.
— Horaz
Politik besteht darin, Gott so zu dienen, dass man den Teufel nicht verärgert.
— Thomas Fuller
Es gibt für den charakterfesten Mann kein überzeugenderes Mittel, dass er das rechte getroffen, als wenn ein gewisses Gesindel darüber vor Ärger fast bersten möchte.
— Georg Friedrich Rudolph Herwegh
Wir verschwenden unsere Zufriedenheiten und rechnen wie Geizhälse mit unseren Widerwärtigkeiten.
— Carl Ludwig Schleich