492 Sprüche — Seite 20
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Bösewicht mit Bösewicht - auf die Dauer geht es nicht.
— Wilhelm Busch
Es ist falsch, wenn man sich zu Herzen nimmt, was man in den Wind schlagen sollte.
— Baltasar Gracián y Morales
Wenn du dem Feind die Hand nicht abkacken kannst, musst du sie ihm schütteln.
Man muss jedem Hindernis Geduld, Beharrlichkeit und eine sanfte Stimme entgegenstellen.
— Thomas Jefferson
Die Freude flieht auf allen Wegen; der Ärger kommt uns gern entgegen.
— Wilhelm Busch
Wahrheit und Recht lassen sich wohl drücken, niemals jedoch unterdrücken.
Wer schnell arm werden will, der prozessiere und baue viel.
Wenn Ärger, Not und Kummer und Sorgen dich bedrängen: Kopf hoch! Nur Fledermäuse lassen sich hängen.
Wer krank ist, den ärgert die Fliege an der Wand.
Zürnt Dein Freund mit Dir, so verschaff ihm Gelegenheit, Dir einen großen Gefallen zu erweisen. Darüber muß sein Herz zerfließen, und er wird Dich wieder lieben.
— Jean Paul
Und wenn sie alle dich verschrei'n, so wickle in dich selbst dich ein.
— Matthias Claudius
Wodurch sich dieser und jener Konflikt sehr in die Länge zieht: durch gegenseitige Zugeständnisse.
— Otto Weiss
Dem Feinde mit Gift nachstellen ist auch unehrlich
Wer Zinnober gebraucht, färbt sich rot, wer Tusche nimmt, färbt sich schwarz.
Zu weit zu gehen ist genau so schlecht wie nicht weit genug zu gehen.
Was nicht besser wird, bleibt nicht gut.
Wer zu weit voraussehen will, sieht oft falsch.
Jeder Mensch ist, wie alle, unvollkommen in allem, aber dennoch in irgendeiner Hinsicht vollkommener als in anderer; und so stellt er diese Vollkommenheiten den anderen Menschen gegenüber als Forderu …
— Leo Tolstoi
Pechvögel sind die einzige nicht aussterbende Vogelart
Eine Sache, welche vielen gehört, wird schlechter verwaltet als eine Sache, die einem Einzelnen gehört
— Aristoteles