Sprüche über Ärger
492 Sprüche — Seite 19
Kaum ein Gefühl flammt so schnell auf und hinterlässt doch oft so lange Schatten wie der Ärger. Er entsteht aus Kränkung, Enttäuschung, Ungeduld oder dem Eindruck, übergangen zu werden, und verrät damit viel über Erwartungen und Empfindlichkeit. Gerade deshalb ist er nicht nur lästig, sondern auch aufschlussreich für das eigene Innenleben.
In ihm zeigt sich, wie schmal der Abstand zwischen verletztem Stolz und berechtigtem Unmut sein kann. Die Sprüche zu diesem Thema geben diesem aufgewühlten Zustand eine prägnante Sprache und erinnern daran, dass Ärger zwar menschlich ist, aber nicht jedes letzte Wort behalten sollte.
Alles Elend kommt davon, dass wir nicht ruhig allein in einem Zimmer sitzen können.
— Blaise Pascal
Zigaretten sind wie Frauen. Am Anfang ziehen sie gut, aber zum Schluss sammelt sich leider auch bei der Zigarette das ganze Gift im Mundstück
— George Bernard Shaw
Unordnung ist eine Uhr ohne Zeiger.
Der Erfolg eines Menschen setzt sich aus seinen Fehlschlägen zusammen.
— Ralph Waldo Emerson
Wenn man liebt, dann gedenkt man der Kränkung nicht lange.
— Fjodor M. Dostojewski
Gerät ein Tiger aufs flache Land, wird er sogar von Hunden gefoppt.
Ein Floh auf der Schlafmatte ist schlimmer als ein Löwe in der Wüste.
Das Geld, was man für seine Hochzeit ausgibt, ist sehr häufig die erste Einzahlung in die wechselseitige Lebensverbitterungsanstalt
— Johann Nepomuk Nestroy
Männer, die zur Schmetterlingsjagd tendieren, haben meist schlechte Erfahrungen mit Frauen hinter sich.
— David Herbert Lawrence
Die ärgsten Feinde der Hauptsache sind die wichtigen Nebensachen.
— Friedrich von Bodelschwingh
Zerre deine Gedanken weg von deinen Sorgen, an den Ohren, den Füßen oder auf sonst eine Art, die dir recht ist. Das ist das Gesündeste, was ein Körper tun kann.
— Mark Twain
Eine gute Tafel stillt allen Groll des Spiels und der Liebe; sie versöhnt alle Menschen, bevor sie zu Bette gehen.
— Marquis de Vauvenargues
Sich zu mühen und mit dem Widerstande zu kämpfen, ist dem Menschen Bedürfnis wie dem Maulwurf das Graben.
— Arthur Schopenhauer
Der Krug geht so lange zum Brunnen, bis er bricht
Wenn schlechte Leute zanken, riecht's übel um sie her; doch wenn sie sich versöhnen, so stinkt es noch viel mehr
— Gottfried Keller
Ein Ärgernis ist nur, wo man es nimmt, gegeben: dir Vorgeworfnes brauchst du ja nicht aufzuheben.
— Friedrich Rückert
Bei der Erfassung der richtigen Entscheidungen stehen meistens zwei Dinge im Gegensatz dazu: Die Eile und der Zorn.
— Thukydides
Einen Dieb fängt man mit einem Dieb
Der erste Betrug ist ärger als der letzte
Besonders tief und voll Empörung fühlt man die pekuniäre Störung
— Wilhelm Busch