575 Sprüche — Seite 12
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Leben ist ja doch des Lebens höchstes Ziel.
— Franz Grillparzer
Alles was die Menschen in Bewegung setzt, muss durch ihren Kopf hindurch, aber welche Gestalt es in diesem Kopf annimmt, hängt sehr von den Umständen ab.
— Friedrich Engels
Wie oft verwechselt man Einfälle mit Ideen!
— Christian Friedrich Hebbel
Alles Sprechen und Schreiben heißt Würfeln um den Gedanken. Wie oft fällt nur ein Auge, wenn alle sechs fallen sollten.
— Christian Friedrich Hebbel
Wer klug ist, wird im Gespräch weniger an das denken, worüber er spricht, als an den, mit dem er spricht
— Albert Schweitzer
Mein Wissen ist gegen das Eure ein Kind, fern sei, dass ich es leugne; nur dass Eure Gedanken fremde sind, die meinen aber eigne.
— Franz Grillparzer
Reiss deine Gedanken von deinen Problemen fort, an den Ohren, an den Fersen oder wie immer. Das ist das beste, was der Mensch für seine Gesundheit tun kann.
— Mark Twain
Wer für alles Dank begehrt, der ist selten des Dankes wert.
— Johannes Trojan
Alles was du in deinem Leben erreichst oder nicht erreichst, ist das direkte Resultat, deiner Gedanken.
— James Allen
Die schönsten Formulierungen sind üblicherweise auch die einfachsten.
— Adam Smith
Kräfte lassen sich nicht mitteilen, sondern nur wecken.
— Georg Büchner
Hinter jedem Gedanken lauert eine Leidenschaft, jedes Urteil ist von einer Neigung gefärbt.
— August Strindberg
Der tiefe Denker hegt immer den Verdacht, dass er oberflächlich ist.
— Benjamin Disraeli
Liebt das Buch. Es wird euch freundschaftlich helfen, sich im stürmischen Wirrwarr der Gedanken, Gefühle und Ereignisse zurechtzufinden.
— Maxim Gorki
Man ist manchmal von sich selbst so verschieden wie von anderen.
— François de la Rochefoucauld
Mehr als Frieden in sich kann auch der Größte nicht haben.
— Otto von Leixner
Es gäbe keine Geselligkeit, alle Familienbande würden gelockert, wenn die Gedanken der Menschen auf ihrer Stirn zu lesen wären.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Erdachtes mag zu denken geben, doch nur Erlebtes wird beleben.
— Paul Johann Ludwig von Heyse
Lesen ist die Schwierigkeit, ein Land fremder Phantasie mit eigenen Gedanken zu bevölkern.
— Kurt Tucholsky
Je freier man atmet, je freier man lebt.
— Theodor Fontane