Sprüche über Gedanken
575 Sprüche — Seite 19
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Wenn du helle Dinge denkst, ziehst du helle Dinge an dich heran
— Prentice Mulford
Das Lesen der guten Bücher gleicht einer Unterhaltung mit ihren Verfassern, als den besten Männern vergangener Zeiten, und zwar einer auserlesenen Unterhaltung, in welcher sie uns nur ihre besten Geda …
— René Descartes
Die Gegenwart eines Gedankens ist wie die Gegenwart einer Geliebten
— Arthur Schopenhauer
Ein Gedanke, der nicht gefährlich ist, ist gar nicht wert, ein Gedanke zu heißen
— Oscar Wilde
Denken ist die Arbeit des Intellekts, Träumen sein Vergnügen.
— Victor-Marie Hugo
Rede wenig, denke mehr, vieles Schwätzen bringt nicht Ehr.
Wer verrät, er verwahre ein Geheimnis, hat schon dessen Hälfte ausgeliefert; und die zweite wird er nicht lange behalten.
— Jean Paul
Das Gesicht ist das Protokoll des Charakters.
— Karl Julius Weber
Handle wie einer, der denkt - denke wie einer, der handelt
— Henry Ford
Maß in Büchern, Gedanken und Stil üben auf den Geist denselben guten Eindruck aus, den ein ruhiges Antlitz auf unsere Augen und unsere Stimmung macht.
— Joseph Joubert
Lerne zu warten, warten ist hart, aber bedenke: Kommt Zeit, kommt Bart!
Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids – und ein Quell unendlichen Trostes.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Das Augenfällige wird immer erst gesehen, nachdem es einer in schlichte Worte gefasst hat
— Khalil Gibran
Im Schlaf sind wir ebenso wenig Herr unserer Gedanken wie im wachen Zustand.
— Voltaire
Derjenige, der sich mit Einsicht für beschränkt erklärt, ist der Vollkommenheit am nächsten.
— Johann Wolfgang von Goethe
Man ist groß durch das, was man denkt, nicht durch das Glück.
— Sully Prudhomme
Führe die Straße, die du gehst, immer nur zu deinem Ziel bergab; hab' wenn es zu kalt wird warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht.
Altwerden ist wie auf einen Berg steigen. Je höher man kommt, desto mehr Kräfte sind verbraucht, aber um so weiter sieht man.
— Ingmar Bergman
Gedanken sind in der geistigen Welt, was Empfindung in der sinnlichen Welt ist.
— Bettina von Arnim
Eine Erkenntnis geht manchmal über uns nieder wie ein Wolkenbruch über eine Landschaft - man erkennt sie nachher nicht wieder.
— Emil Gött