575 Sprüche — Seite 17
Lange bevor Handlungen sichtbar werden, nehmen Gedanken bereits Gestalt im Inneren an. Sie ordnen Wahrnehmung, nähren Hoffnung, vergrößern Angst oder eröffnen neue Möglichkeiten und prägen damit still, aber nachhaltig das Leben eines Menschen. Darum zählt dieses Thema zu den grundlegendsten Feldern jeder Selbsterkenntnis.
In ihnen entscheidet sich oft, wie Wirklichkeit gedeutet und Zukunft entworfen wird. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen, wie mächtig das Denken sein kann und warum Klarheit, Sammlung und innere Wachheit nicht bloß geistige Tugenden, sondern Voraussetzungen eines bewussten Lebens sind.
Das Wichtigste im Verkehr mit Menschen: ihnen ihre Ausreden wegräumen.
— Arthur Schnitzler
Die Jugend ist die Poesie des Lebens.
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Niemand ist so beflissen, immer neue Eindrücke zu sammeln wie der, der die alten nicht zu verarbeiten versteht.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Der Anfang jeder Tugend ist Rat und Überlegung, ihr Ende und ihr höchstes Maß Beständigkeit
— Demosthenes
Die Alten sind die einzigen Alten, die nie alt werden.
— Karl Julius Weber
Die Hälfte aller Fehler entsteht dadurch, dass wir denken sollten, wo wir fühlen, und dass wir fühlen sollten, wo wir denken.
— John Churton Collins
Gedanken, die uns kommen, sind besser als solche, die wir uns machen.
— Joseph Joubert
Nichts ist so undenkbar wie das Denken; es sei denn, die Abwesenheit des Denkens
— Samuel Butler
Ein Mensch ist buchstäblich das, was er denkt, sein Charakter ist die gesamte Summe all seiner bisherigen Gedanken.
— James Allen
Denke, was schön ist, und fühle, was schön ist.
— Paula Modersohn-Becker
Was wir ein Leben nennen, ist für den ganzen ewigen inneren Menschen nur ein einziger Gedanke, ein unteilbares Gefühl.
— Friedrich von Schlegel
Der Mensch denkt immer anders als das Schicksal.
— Publius Syrus
Die Zahl ist das Wesen aller Dinge.
— Pythagoras
Ideologie ist Ordnung auf Kosten des Weiterdenkens.
— Friedrich Dürrenmatt
Was nützt die Freiheit des Denkens, wenn sie nicht zur Freiheit des Handelns führt.
— Jonathan Swift
Ich habe es stets abgelehnt, verstanden zu werden. Verstanden werden heisst sich prostituieren
— Fernando Pessoa
Die Menschen scheinen die Sprache nicht empfangen zu haben, um die Gedanken zu verbergen, sondern um zu verbergen, dass sie keine Gedanken haben
— Sören Kierkegaard
Freundschaft braucht gewisse Lebensparallelen und eine Gemeinsamkeit der Gedanken.
— Henry Adams
Was der Mensch im Innersten sein Leben lang empfindet, wahrnimmt, fühlt, denkt, begehrt - das erlebt ihm keiner nach.
— Ernst Thälmann
Das Große kommt nicht allein durch Impuls zustande, sondern ist eine Aneinanderkettung kleiner Dinge, die zu einem Ganzen vereint worden sind.
— Vincent van Gogh