498 Sprüche — Seite 18
Wenn Gewissheit fehlt und Dunkelheit übermächtig scheint, bleibt oft nur die Hoffnung als leise, aber tragende Kraft. Sie verspricht nicht, dass alles leicht wird, doch sie bewahrt den Menschen davor, innerlich aufzugeben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Quellen von Trost und Widerstandsfähigkeit.
Ihre Stärke liegt gerade darin, dass sie auch ohne Beweis weiterwirkt und Zukunft denkbar hält. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Hoffnung nicht als blinden Optimismus, sondern als innere Haltung, die selbst in schweren Zeiten Richtung, Würde und ein Morgen bewahren kann.
Dem Dummen ist auf dieser Welt der Dümmere zum Trost gesellt. Drum nie das Selbstvertraun verloren! Der Dümmste ist noch nicht geboren.
— Oscar Blumenthal
Das Menschenherz ist ein Kirchhof begrabener Hoffnungen.
— Peter Sirius
Unser Wunsch ist wohl bedacht: Für das sei immer frei und offen, was das Leben sinnvoll macht: zu lieben, zu glauben und zu hoffen! Drei Engel mögen dich begleiten für deine ganze Lebenszeit. Die En …
Ein Mensch, der Gott gehorcht, erwählt das beste Teil; ein Mensch, der Gott verlässt, verlässt sein eignes Heil.
— Christian Fürchtegott Gellert
Wo nichts mehr helfen kann, da ruft man Pfaffen! Und das ganz folgerecht. Denn niemand hilft so wenig als ein Pfaffe.
— Christian Dietrich Grabbe
Nur ausgesprochene Wünsche werden gehört. Und mit Glück erhört. Auf die Erfüllung stummer Wünsche wird man ein Leben lang vergeblich warten.
— Else Pannek
Glaube und Liebe und Hoffnung sollen nie aus meinem Herzen weichen. Dann gehe ich, wohin es soll, und werde gewiss am Ende sagen: Ich habe gelebt!
— Johann Christian Friedrich Hölderlin
Gebt euch nicht mit Kleinem zufrieden, Gott erwartet Großes!
— Katharina von Siena
Denn in der Freundschaft werden alle Gedanken, alle Wünsche, alle Erwartungen ohne Worte geboren und geteilt, mit Freude, die keinen Beifall braucht.
— Khalil Gibran
Wenn unsere Tage verdunkelt sind und unsere Nächte finsterer als tausend Mitternächte, so wollen wir stets daran denken, dass es in der Welt eine große, segnende Macht gibt.
— Martin Luther King
Das wachsende Gefühl für Moral bei Frauen macht Ehen zu einer so hoffnungslosen, einseitigen Einrichtung.
— Oscar Wilde
Menschengemeinschaften haben, genau wie Einzelmenschen, ihre gesunden und kranken Zeiten, ja auch Jugend und Alter, Hoffnung und Verzagtheit.
— John Steinbeck
Die Hoffnung ist wie ein Sonnenstrahl, der in ein trauriges Herz dringt. Öffne es weit und lass sie hinein.
— Christian Friedrich Hebbel
Heute ballt man nur die Hände, man faltet sie nicht mehr.
— Hermann Ferdinand Freiligrath
Wenn du etwas lieb hast, lass es frei. Kommt es zurück, ist es dein. Kommt es nicht zurück, hast du es nie besessen!
Es kommt mir so vor, als ob ich nichts aus mir heraus willkürlich tun kann, als ob ich geführt werde, sanft, wenn ich mich füge, rauh, wenn ich widerstehe.
— Walter Rathenau
Begnüge dich mit nichts, was weniger ist als Gott.
— Maria Ward
Wohl ist es Herbst, doch warte nur ein Weilchen! Der Frühling kommt, der Himmel lacht, es steht die Welt in Veilchen
— Theodor Storm
Klage nicht, dass dir im Leben ward vereitelt manches Hoffen. Hat, was du gefürchtet eben, doch auch meist dich nicht betroffen.
— Friedrich Rückert
Wir haben vage Hoffnungen, aber klare Befürchtungen.
— Paul Valéry