498 Sprüche — Seite 21
Wenn Gewissheit fehlt und Dunkelheit übermächtig scheint, bleibt oft nur die Hoffnung als leise, aber tragende Kraft. Sie verspricht nicht, dass alles leicht wird, doch sie bewahrt den Menschen davor, innerlich aufzugeben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Quellen von Trost und Widerstandsfähigkeit.
Ihre Stärke liegt gerade darin, dass sie auch ohne Beweis weiterwirkt und Zukunft denkbar hält. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Hoffnung nicht als blinden Optimismus, sondern als innere Haltung, die selbst in schweren Zeiten Richtung, Würde und ein Morgen bewahren kann.
Ich habe dich bei deinem Namen gerufen, du bist mein.
Du erleuchtest alles gar, was jetzt ist und kommt und war. Voller Pracht wird die Nacht, weil dein Glanz sie angelacht.
— Angelus Silesius
Jedes Kind ist ein Zeichen der Hoffnung für diese Welt.
Jeder neue Tag ist eine neue Chance, sich zu finden, in sich fündig zu werden, aus sich heraus zu geben
Der Tod ist das Tor zum Leben.
Lass dir dein Glauben von niemanden rauben. Lass dir dein Lieben von keinem trüben. Halte stets offen dein Herze dem Hoffen.
Sonnenschein erhelle deine Tage, vertreibe stets Kummer und Klage. Regen wasche dein Herze rein mit vielend tausend Tröpfelein. Wind wehe dich hinein ins Glück und eines Tags zu mir zurück!
Ich lenke meine Gedanken himmelwärts und hoffe, dass mir ein Engel entgegen kommt.
Fasse deinen Mut zusammen! Es ist kein Elend in der Welt von beständiger Dauer.
— Adolph Freiherr von Knigge
Die Jugend hat Heimweh nach der Zukunft.
— Jean-Paul Sartre
Der Mensch verzweifelt leicht, aber im Hoffen ist er doch noch größer.
— Theodor Fontane
In düsterer Nacht macht auch das kleinste Glühwürmchen helle Freude.
Das ist ein Leben! Man verbringt es hoffend, um es mit einem Tode zu beschließen, an den man wieder Hoffnungen knüpft.
— Voltaire
Aller Anfang erfüllt das Herz mit Hoffnung.
Gelübde beginnen, wenn die Hoffnung tot ist.
— Leonardo da Vinci
Das Weib erzieht ein Bäumchen um der Blüten willen, der Mann hofft auf Früchte
— August von Kotzebue
Die Hälfte der Menschheit ist immer unglücklich, weil sie das nicht bekommen kann, womit die andere Hälfte unglücklich ist.
Das Jahr ist nun zu Ende, doch Deine Liebe nicht; noch segnen Deine Hände, noch scheint Dein Gnadenlicht.
Eigentlich solle ich mich schämen, Gott mit meiner Person zu behelligen. Aber seltsam, ich fühle, dass sich Gott mit mir beschäftigt.
— Karl Ferdinand Gutzkow
Da mir mein Sein so unbekannt, so steht es wohl in Gottes Hand, die führet mich so aus wie ein, so darf ich wohl getröstet sein.
— Ludwig Thoma