Sprüche über Hoffnung
498 Sprüche — Seite 34
Wenn Gewissheit fehlt und Dunkelheit übermächtig scheint, bleibt oft nur die Hoffnung als leise, aber tragende Kraft. Sie verspricht nicht, dass alles leicht wird, doch sie bewahrt den Menschen davor, innerlich aufzugeben. Deshalb gehört dieses Thema zu den tiefsten Quellen von Trost und Widerstandsfähigkeit.
Ihre Stärke liegt gerade darin, dass sie auch ohne Beweis weiterwirkt und Zukunft denkbar hält. Die Sprüche zu diesem Thema zeigen Hoffnung nicht als blinden Optimismus, sondern als innere Haltung, die selbst in schweren Zeiten Richtung, Würde und ein Morgen bewahren kann.
Weißt du, warum wir hoffen? Wir können nicht ohne Bild leben. Ohne Hoffen haben wir kein Bild in der Seele; da ist nichts.
— Rahel Varnhagen von Ense
Mit dem Besten, was in mir steckte, hatte ich versucht, ein bisschen mehr Glück in diese Welt hineinzuschreiben
— Frances Hodgson Burnett
Hat dich ein bittres Leid getroffen, so scheue nicht ein doppelt Müh'n; am schönsten pflegen Trost und Hoffen im Schweiß der Arbeit aufzublühn.
— Friedrich Julius Hammer
Hoffen und gewinnen, verlieren und resignieren, das ist die steigende und fallende Welle des Lebens.
— August Pauly
Delinquenten des Lebens, die wir sind, von denen keiner eine Begnadigung zu erhoffen hat, bitten wir nun um eine schmerzlose Hinrichtung.
— August Pauly
Schmücke nie Dein Werk mit allzu viel Erwartung, denn nichts Herb'res gibt's, als nüchterne Enttäuschung.
— Heinrich Martin
Es ist schwer zu sagen, was unmöglich ist, denn der Traum von gestern ist die Hoffnung von heute und die Wirklichkeit von morgen.
— Robert Goddard
Man verzählt sich stets, wenn man mit Angst und Hoffnung rechnet.
— Francoise de Maintenon
Die in der Sehnsucht warten, wachsen zu Riesen
— Max Dauthendey
Versprechen ist schon Geben, und Hoffen schon Geniessen!
— Jacques Delille
Ein jeder hat Luftschlösser und der Arme zumeist
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer
Ich hab dich so gern; und ziehst du in die Fern, so mögen wir uns trotzdem leiden, auch wenn auf immer getrennt wir bleiben.
So wie diese Rose blüht, so blühe dir stets dein Glück, und wenn du dieses Blättchen liest, so denke an mich zurück.
Unter grünem Moos verborgen blüht ein Blümlein ohne Sorgen, und das zarte Blümlein spricht: Bitteschön, vergiß mein nicht!
Ins Freundschaftsgärtchen hier pflanz ich auf weißes Papier ein Blümlein - schöneres gibt es nicht - es wird genannt Vergißmeinnicht.
Wenn ich an dich denke wackeln Tisch und Bänke und das alte Kanapee hüpft vor Freude in die Höh.
Gehst du einst im Morgentau, über eine große Au, siehst du ein Vergissmeinnicht, pflück es ab und denk an mich
Den Vorsätzen, den guten alten, denen bleiben wir stets treu, wir woll'n sie gerne behalten, sie sind ja noch wie neu!
Du heilest allen Schaden, hilfst mir aus der Gefahr, Du siehst mich an in Gnaden, auch in dem neuen Jahr.
Woran man einmal herzhaft glaubt, dem macht man sich auch so oder anders dienstbar
— Adolph Kolping