887 Sprüche — Seite 10
Wo menschliche Sprache an ihre Grenze gerät, beginnt oft das tastende Reden von Gott. In diesem Thema verdichten sich Ehrfurcht, Trost, Zweifel und die Sehnsucht nach einem Sinn, der über das Sichtbare hinausweist. Seit Jahrhunderten suchen Menschen Worte für das, was sie trägt, erschüttert oder rettet.
Seine religiöse Tiefe entfaltet sich nicht nur in Gewissheiten, sondern ebenso im Fragen, Hoffen und Vertrauen. Die Sprüche zu diesem Thema spiegeln jene Bewegung des Herzens, die zwischen Demut und Zuversicht ihren Ausdruck sucht und im Glauben mehr erkennt als bloße Lehre oder fromme Formel.
Wenn zwei Kleinliche sich paaren, mög' die andern Gott bewahren. Knausern beide im Verein, wird es unerträglich sein.
— Otto Julius Bierbaum
Liebt die ganze Schöpfung - jedes Blatt und jeden Sonnenstrahl! Wenn ihr das tut, werden sich euch die Geheimnisse des Göttlichen offenbaren.
— Fjodor M. Dostojewski
Ehe du Gott suchst, hat dich Gott schon gefunden.
Man muss Gott beim Herzen zu pachen verstehen, das ist seine schwache Seite.
— Theresia von Avila
Wenn Gott einen Hund misst, zieht er ein Band um das Herz statt um den Kopf.
Der Mensch ist Gottes Kindheit.
— Angelus Silesius
Wo Menschenhand zu kurz ist, da ist Gottes Hand noch lange genug.
Trink und iß, Gottes nicht vergiß
Setze den Gott, mit dem du unzufrieden bist, immerhin ab, sorg aber für einen würdigeren Thronfolger.
— Emil Gött
Gott begegnet dir überall, wenn du ihn grüßen möchtest.
Gott gibt nicht mehr Frost als Kleider.
Gott sieht das Herz an.
Bei Gott ist kein Ding unmöglich.
Was Gott will erhalten, das kann nicht erhitzen noch erkalten.
Will's Gott, wer wendet's?
Wider Gottes Gewalt kann keiner.
Wer Gott vertraut, hat wohl nicht auf Sand gebaut.
Gott verläßt die Seinen nicht.
An Gottes Segen ist alles gelegen.
Wen Gott nicht hält, der fällt.