887 Sprüche — Seite 18
Wo menschliche Sprache an ihre Grenze gerät, beginnt oft das tastende Reden von Gott. In diesem Thema verdichten sich Ehrfurcht, Trost, Zweifel und die Sehnsucht nach einem Sinn, der über das Sichtbare hinausweist. Seit Jahrhunderten suchen Menschen Worte für das, was sie trägt, erschüttert oder rettet.
Seine religiöse Tiefe entfaltet sich nicht nur in Gewissheiten, sondern ebenso im Fragen, Hoffen und Vertrauen. Die Sprüche zu diesem Thema spiegeln jene Bewegung des Herzens, die zwischen Demut und Zuversicht ihren Ausdruck sucht und im Glauben mehr erkennt als bloße Lehre oder fromme Formel.
Wenn ich sterben werde. Herr, ich komme zu Dir, denn ich habe in Deinem Namen den Acker bestellt. Dein ist die Saat. Ich habe diese Kerze gebildet. An dir ist es, sie anzuzünden. Ich habe diesen …
— Antoine de Saint-Exupéry
Gott segne den, der Besuche macht - aber kurze.
Der Mensch: ein Wesen, das am Ende einer Woche Arbeit entstand, als Gott bereits sehr müde war.
— Mark Twain
Wir müssen bereit werden, uns von Gott unterbrechen zu lassen.
— Dietrich Bonhoeffer
Gib uns Frieden, Herr, an dem Tag, der keinen Abend kennt.
— Augustinus
Wenn alle Menschen sich bei der Hand fassen, ist Gott fertig.
— Christian Friedrich Hebbel
Eine Frau ist das Mächtigste auf Erden, und in ihrer Hand liegt es, den Mann dahin zu leiten, wo Gott ihn haben will.
— Henrik Johan Ibsen
Gotteskinder, göttliche Keime sind wir. Einst werden wir sein, was unser Vater ist.
— Novalis
Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.
— Friedrich von Schlegel
Herr, gib ihm die ewige Ruhe. Und das ewige Licht leuchte ihm. Lass ihn ruhen in Frieden.
Wen Gott strafen will, dem schenkt er eine geltungsbedürftige Frau.
— Johann Kaspar Lavater
Gebt euch nicht mit Kleinem zufrieden, Gott erwartet Großes!
— Katharina von Siena
Wein ist Gottes zweitbestes Geschenk an den Mann.
— Ambrose Bierce
Möge der Weg sich vor dir öffnen, und möge Gott mit dir sein.
Der Mensch verlangt nicht so sehr nach Gott als nach dem Wunder.
— Fjodor M. Dostojewski
Wir haben kein Recht zu fragen, warum Gott das, was er tut, so tut.
— John Henry Newman
Im Westen hat man Christus verloren, und deshalb kommt der Westen zu Fall, einzig und allein deshalb.
— Fjodor M. Dostojewski
Überlassen wir uns der göttlichen Vorsehung; sie weiß genau das herbeizuführen, was wir brauchen.
— Vinzenz von Paul
Gott verfehlt nie, uns zu helfen, wenn die Zeit da ist und wenn wir von unserer Seite aus alles getan haben, was wir konnten
— Vinzenz von Paul
Suchet den Herrn, und ihr werdet leben.