972 Sprüche — Seite 12
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Warum bekommt der Mensch die Jugend in einem Alter, in dem er nichts davon hat?
— George Bernard Shaw
Kenntnisse müssen dem Glück dienen - der Vereinigung der Menschen, nur dann sind sie wichtig.
— Leo Tolstoi
Es sind nicht die Tatsachen selbst, die menschliches Verhalten steuern, sondern es ist die Meinung, die sich der Mensch über Tatsachen bildet.
— Friedrich Wilhelm Heinrich Alexander von Humboldt
Wo der Bauer arm ist, ist das ganze Land arm.
Man kann mit einer Wohnung einen Menschen genauso töten wie mit einer Axt.
— Heinrich Zille
Es ist doch unter aller Menschenwürde, krank und abhängig zu sein.
— Franziska Gräfin zu Reventlow
Die Seele liebt in allen Dingen das diskrete Maß. Deshalb soll sich der Mensch in allen Dingen selbst das rechte Maß auferlegen.
— Hildegard von Bingen
Der Mensch ist nicht das Produkt seiner Umgebung. Vielmehr ist seine Umgebung ein Produkt des Menschen.
— Benjamin Disraeli
Der Mensch rechnet immer das, was ihm fehlt, dem Schicksal doppelt so hoch an als das, was er besitzt.
— Gottfried Keller
Die Sache der Tiere steht höher für mich als die Sorge, mich lächerlich zu machen, sie ist unlösbar verknüpft mir der Sache der Menschen.
— Emile Zola
Menschen sind wie Grundstücke: Manchmal ist eine Goldader darin, und der Besitzer weiß es nicht.
— Jonathan Swift
Endlich weiß ich, was den Menschen vom Tier unterscheidet: Geldsorgen.
— Jules Renard
Wer in seinem Innern geordnet und wohlbestellt ist, der kümmert sich nicht um das sonderbare und verkehrte Treiben der Menschen. Nur soweit wird der Mensch gehindert und zerstreut, als er von den …
— Thomas à Kempis
Seine Seele zeigt der Mensch nur in seinem Tun
— Reinhold Messner
Es ist selten, dass ein Mensch weiß, was er eigentlich glaubt.
— Oswald Spengler
Wenn ein Mensch einen Tiger tötet, spricht man von Sport. Wenn ein Tiger einen Menschen tötet, ist das Grausamkeit.
— George Bernard Shaw
Die beste Arznei für den Mensch ist der Mensch. Der höchste Grund dieser Arznei ist die Liebe.
— Philippus Theophrastus Paracelsus
Der Hund ist der sechste Sinn des Menschen.
— Christian Friedrich Hebbel
Wer einen Menschen bessern will, muss ihn erst einmal respektieren.
— Romano Guardini
Herr Jesus Christus! Du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich. Du kennst die Not der Menschen. Du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht. Du vergisst mich nicht und suchst mi …
— Dietrich Bonhoeffer