972 Sprüche — Seite 18
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Die größte und dauerhafteste Revolution, die wir kennen, fand statt, als der Mensch seine Seele entdeckte und lernte, dass jede Seele für sich allein einen individuellen Wert hat.
— John Steinbeck
Ein Mensch ohne Leidenschaft ist ein Steinbild ohne Leben. Keine große Tat geschah, deren Mutter sie nicht war.
— Augustinus
Im Herzen eines Menschen ruht der Anfang und das Ende aller Dinge
— Leo Tolstoi
Zwei Dinge sollte ein Mensch nie beklagen: das, was er ändern kann, und das, was er nicht ändern kann.
— Thomas Fuller
Der Erfolg eines Menschen ist immer im Grundgefüge seiner Persönlichkeit begründet.
— Ralph Waldo Emerson
Der Trieb zum Guten ist dem Menschen eingepflanzt von Natur wie dem Wasser der Trieb, bergab zu fließen.
Wie vergänglich ist doch der Mensch auf dieser Erde, ein Baum überdauert ihn, eine Steinstufe wird hundertmal älter, als der Menschenfuß, der sie tritt.
— Paul Keller
Die Welt ist vollkommen überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.
— Friedrich von Schiller
Das vollkommene Glück ist unbekannt; für den Menschen ist es nicht geschaffen.
— Voltaire
Höhepunkt des Glücks ist es, wenn der Mensch bereit ist, das zu sein, was er ist.
— Erasmus von Rotterdam
Ist wirklich die Welt so schadenfroh, wie du sie schilderst in scharfen Zügen, was ärgerst du über die Menschen dich so und machst ihnen dadurch soviel Vergnügen?
— Heinrich Leuthold
Die Menschen zu Freiheit zu bringen, das heißt, sie zum Miteinanderreden zu bringen.
— Karl Theodor Jaspers
Man soll vor allem Mensch sein und dann erst Arzt.
— Voltaire
Sehr viele und vielleicht die meisten Menschen müssen, um etwas zu finden, erst wissen, dass etwas da ist.
— Georg Christoph Lichtenberg
Der Mensch steht im Mittelpunkt - und somit allen im Weg
Der Mensch kann nicht anders als menschlich urteilen.
— Nikolaus von Kues
Der Mensch hängt vom Himmel so wie das Schiff vom Lotsen ab.
Die schlechten Gewohnheiten wollen wir wie minderwertige Menschen, die uns lange Zeit schwer geschädigt haben, endgültig vertreiben.
— Epikur
Einen interessenlosen Gegenstand gibt es nicht auf dieser Welt, wohl aber Menschen, die sich für nichts interessieren.
— Gilbert Keith Chesterton
Ein Mensch ist seiner Beschaffenheit nach ein religiöses Tier.
— Edmund Burke