Sprüche über Mensch
972 Sprüche — Seite 13
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Herr Jesus Christus! Du warst arm und elend, gefangen und verlassen wie ich. Du kennst die Not der Menschen. Du bleibst bei mir, wenn kein Mensch mir beisteht. Du vergisst mich nicht und suchst mi …
— Dietrich Bonhoeffer
Jeder Mensch hat die Keime aller menschlichen Eigenschaften in sich. Manchmal kommen die einen zum Vorschein, manchmal die anderen
— Leo Tolstoi
Ein Mensch mit Genie ist unausstehlich, wenn er nicht mindestens noch zweierlei dazu besitzt: Dankbarkeit und Reinlichkeit.
— Friedrich Nietzsche
s geht ungerecht zu auf dieser Welt: Ein Schurke darf sich jede Anständigkeit herausnehmen, ein anständiger Mensch aber nicht die kleinste Schurkerei.
— Mark Twain
Unsere äußeren Schicksale interessieren die Menschen, die inneren nur den Freund.
— Heinrich von Kleist
Der Mensch ist nur ganz Mensch, wo er spielt.
— Friedrich von Schiller
Eine über die Gleichheit der Chance hinausgehende Gleichmachung der Menschen ist die höchste Ungerechtigkeit.
— Karl Theodor Jaspers
Gerechtigkeitsliebe ist bei den meisten Menschen nur die Angst, Ungerechtigkeit zu erleiden
— François de la Rochefoucauld
Ein Langweiler ist ein Mensch, der redet, wenn du wünscht, daß er zuhört.
— Ambrose Bierce
Wer die Menschen liebt, hat immer eine große Familie.
Ein Feigling ist ein Mensch, bei dem der Selbsterhaltungstrieb normal funktioniert.
— Ambrose Bierce
Unsere Zeit krankt daran, dass es zu wenige Menschen gibt und zuviele Leute.
— José Ortega y Gasset
Glück und Unglück nehmen den Menschen die Maske ab
Liebt ein Mensch den Frieden, wird er nicht zum Feigling.
Richte nie den Wert des Menschen schnell nach einer kurzen Stunde. Oben sind bewegte Wellen, doch die Perle liegt am Grunde.
— Otto von Leixner
Der Hass schadet niemand, aber die Verachtung ist es, was den Menschen stürzt.
— Johann Peter Eckermann
Der Mensch möchte gern vor den Folgen seiner Laster bewahrt werden, aber nicht vor den Lastern selbst.
— Ralph Waldo Emerson
Genaugenommen leben sehr wenige Menschen in der Gegenwart, die meisten bereiten sich vor, demnächst zu leben.
— Jonathan Swift
Der edle Mensch hilft seinen Mitmenschen, das Gute in ihnen zur Reife zu bringen, nicht aber das Schlechte. Der niedrig Gesinnte tut das Gegenteil.
— Konfuzius
Die Sterne lauter ganze Noten. Der Himmel die Partitur. Der Mensch das Instrument.
— Christian Morgenstern