Sprüche über Mensch
972 Sprüche — Seite 33
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Wenn der Himmel einen Menschen erschaffen hat, muss es für ihn auch eine Aufgabe geben
Ohne Witz kann man nicht auf die Menschheit wirken
— Ludwig Börne
Der Wein ist geschaffen, dass er die Menschen soll fröhlich machen.
So ein bisschen Bildung ziert den ganzen Menschen.
— Christian Johann Heinrich Heine
Bedenke, wie niedrig Menschen erscheinen, wenn sie essen oder schlafen! Aber danach nehmen sie eine herrische Haltung an.
— Mark Aurel
Jede Gesellschaft ist nichts anderes als ein großes Picknick aus Notlügen. Eine der Lügen heißt: Jeder Mensch hat sein Schicksal. Das ist nicht wahr; die Gesellschaft ist ihr Schicksal!
— Gottlieb Moritz Saphir
Die menschliche Dummheit ist international
— Kurt Tucholsky
Je mehr wir einen Menschen lieben, desto weniger sollten wir ihm schmeicheln.
— Jean-Baptiste Molière
Die beste Definition für Mensch lautet: undankbarer Zweibeiner.
— Fjodor M. Dostojewski
Wo man singt, da lass dich ruhig nieder, ohne Furcht, was man im Lande glaubt: wo man singt, da wird kein Mensch beraubt, Bösewichter haben keine Lieder.
— Johann Gottfried Seume
Glücklich zu sein ist eines der besten Mittel, ein guter Mensch zu werden.
— Eugene O'Neill
Jeder Mensch glaubt, er sei der wichtigste, der beste; aber nur der Narr und der Dummkopf haben den Mut, es auszusprechen.
— Jean Paul
Der Mensch ist vergänglich, wenn wir den einen Teil seines Wesens betrachten, nämlich seinen Leib, er ist unvergänglich in seinem anderen Wesensteil, der Seele.
— Dante Alighieri
Der Mensch hat immer eine Heimat und wär es nur der Ort, wo er gestern war und heute nicht mehr ist. Entfernung macht Heimat, Verlust Besitz.
— Alexander von Villers
Gott will, dass der Mensch seinen Spaß hat.
— Theresia von Avila
Wenn zwei Menschen immer dasselbe denken, ist einer von ihnen überflüssig.
— Winston Churchill
Was ein Mensch in der Welt auch tue, und sei es noch so weitwirkend: Hat er nicht seine Pflicht gegen seine Eltern erfüllt, so ist alles andere hinfällig.
— Solon
Mensch, werde wesentlich, denn wenn die Welt vergeht, so fällt der Zufall weg, das Wesen, das besteht
— Angelus Silesius
Das kleine Wörtchen "muß" ist doch von allen Nüssen, die Menschen knacken müssen, die allerhärt’ste Nuß.
— Ludwig Bechstein
Der materielle Fortschritt befriedigt keines der Bedürfnisse, die der Mensch wirklich hat.
— Winston Churchill