972 Sprüche — Seite 17
Zwischen Vernunft und Irrtum, Mitgefühl und Überheblichkeit bewegt sich das Bild vom Menschen seit jeher. Kein anderes Wesen kann so viel erschaffen, zerstören, hoffen, erinnern und sich zugleich über sich selbst täuschen. Darin liegt die Faszination dieses Themas, das nie nur Bewunderung, sondern immer auch Selbstprüfung verlangt.
Seine Widersprüchlichkeit ist kein Makel am Rand, sondern der eigentliche Kern des Menschseins. Die Sprüche zu diesem Thema beleuchten Würde und Schwäche, Verantwortung und Verblendung und zeigen, wie eng Größe und Fehlbarkeit im menschlichen Wesen miteinander verflochten sind.
Der Mensch ist nie so schön, als wenn er um Verzeihung bittet oder selbst verzeiht.
— Jean Paul
Wer den Menschen verachtet, ist kein großer Mensch.
— Marquis de Vauvenargues
Was uns im Leben am meisten Not tut ist ein Mensch, der uns zu dem zwingt, was wir können.
— Ralph Waldo Emerson
Das Herz gibt allem, was der Mensch sieht, hört und weiß, die Farbe.
— Johann Heinrich Pestalozzi
Der Mensch ist das Raubtier mit den Händen.
— Oswald Spengler
Der Mensch kommt fast nie aus Vernunft zur Vernunft.
— Charles-Louis de Montesquieu
Unermeßlichen Einfluß auf die ganze menschliche Entwicklung eines Volks hat die Beschaffenheit seiner Sprache.
— Johann Gottlieb Fichte
In jedem Menschen steckt ein Wespennest
Taktlosigkeit ist der lästigste und widerwärtigste der menschlichen Fehler, denn du kannst dich nicht gegen sie verteidigen, nicht einmal durch Grobheit.
— Anselm Feuerbach
Der Mensch begegnet seinem Schicksal oftmals auf der Strasse, die er nahm, um ihm auszuweichen.
— Jean de La Fontaine
Wer die Menschen gründlich erforscht und das Verkehrte in ihrem Denken, Fühlen, Geschmack und Streben erkannt hat, kommt zur Einsicht, dass ihnen Unbeständigkeit weniger schadet als Eigensinn.
— Jean de la Bruyère
Der Mensch - ein Exempel der beispiellosen Geduld der Natur.
— Christian Morgenstern
Der Mensch lebt durch Geradheit. Ohne sie lebt er von glücklichen Zufällen und vom Ausweichen
— Konfuzius
Sieh zu, daß du ein ehrlicher Mensch wirst, denn damit sorgst du dafür, dass es einen Schurken weniger auf der Welt gibt.
— Thomas Carlyle
Die Dauer aller Bücher wird weder durch freundschaftliche, noch feindliche Bemühungen bestimmt, sondern durch ihr eigenes spezifisches Gewicht oder durch den inneren Wert ihres Inhaltes für den unwand …
— Ralph Waldo Emerson
Der Mensch ist der höchste Gegenstand der schönheitsbildenden Kunst.
— Johann Georg Adam Forster
Der Trieb zum Guten ist dem Menschen eingepflanzt von Natur wie dem Wasser der Trieb, bergab zu fließen.
Wie vergänglich ist doch der Mensch auf dieser Erde, ein Baum überdauert ihn, eine Steinstufe wird hundertmal älter, als der Menschenfuß, der sie tritt.
— Paul Keller
Die Welt ist vollkommen überall, wo der Mensch nicht hinkommt mit seiner Qual.
— Friedrich von Schiller
Der Erfolg eines Menschen ist immer im Grundgefüge seiner Persönlichkeit begründet.
— Ralph Waldo Emerson