2158 Sprüche — Seite 20
Die Quelle des Ideals ist der heiße Durst nach Ewigkeit, die Sehnsucht nach Gott, also das Edelste unsrer Natur.
— Friedrich von Schlegel
Die Schönheit ist wie eine Blume: heut vor dem Busen, morgen vor dem Besen.
— Abraham a Sancta Clara
Was hilft aller Sonnenaufgang, wenn wir nicht aufstehen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Der Rose süßer Duft genügt, man braucht sie nicht zu brechen. Und wer sich mit dem Duft begnügt, den wird ihr Dorn nicht stechen.
— Friedrich von Bodenstedt
Das ist im Leben hässlich eingerichtet, dass bei den Rosen gleich die Dornen stehen.
— Joseph Victor von Scheffel
Immer Sonnenschein macht die Wüste
Arbeit um der Arbeit willen ist gegen die menschliche Natur.
— John Locke
Beim Betrachten der Natur werden die Gefühle geboren.
Wenn der Magen voll ist, singen die Vögel und die Menschen lachen.
Die Sterne, die begehrt man nicht, man freut sich ihrer Pracht.
— Johann Wolfgang von Goethe
Auch der dickste Eiszapfen hat auf Dauer keine Chance gegen die Sonne.
Im Frühling kehrt die Sonne in die Knochen zurück.
— Vergil
Keiner kennt die Härte eines Kiesels besser, als wer auf ihn einschlägt!
— Seneca
Frauen und Wind sind notwendige Übel.
Heilige Mutter Erde, die Bäume und die ganze Natur sind Zeugen deines Denkens und Wirkens
Es ist wichtiger, dass sich jemand über eine Rosenblüte freut, als dass er ihre Wurzel unter das Mikroskop bringt.
— Oscar Wilde
Das schöne Blau der Luft wird durch die Dunkelheit hervorgerufen, die dahinter ist.
— Leonardo da Vinci
Nirgends rauschen die Laubwälder süßer und erquickender als am kahlen Strand, wo keine sind.
— Arthur Schnitzler
Um zu wissen, was ein Anker wert ist, brauchen wir einen Sturm.
Im Herbst verkauft man Obst, im Frühling - Medizin
Ein kalter Frühling bringt viel Regen
Kommt St. Lorenz mit heissem Hauch, füllt er dem Winzer Fass und Bauch. (10. August)
Wie das Wetter um Ägidi tut, bleibt's den ganzen Monat. (01. Sept.)
Kräht der Bauer auf dem Mist, weißt du, dass er besoffen ist!
Das Glück ist verschwenderisch aber unbeständig.
— Demokrit
Im Westen hat man Christus verloren, und deshalb kommt der Westen zu Fall, einzig und allein deshalb.
— Fjodor M. Dostojewski
Wenn etwas nützlich wird, hört es auf schön zu sein.
— Théophile Gautier
Große Dinge zerfallen in kleine. Kleine zerbröseln in Staub.
Wenn die Freude in der Stube ist, lauert die Sorge im Flur.
Das Leben ist halb vorüber, ehe wir wissen, was es ist.
Die Zeit vergeht und wartet auf niemanden.
Denn wir sind nur die Schale und das Blatt. Der große Tod, den jeder in sich hat, das ist die Frucht, um die sich alles dreht.
— Rainer Maria Rilke
Das große Karthago führte drei Kriege. Nach dem ersten war es noch mächtig. Nach dem zweiten war es noch bewohnbar. Nach dem dritten war es nicht mehr zu finden.
— Bertolt Brecht
Das Talent des Menschen, sich einen Lebensraum zu schaffen, wird nur durch sein Talent übertroffen, ihn zu zerstören.
— Theodor Heuss
Mit dem Hunger nach der Unendlichkeit wird der Mensch geboren; er spürt ihn früh; aber wenn er in die Jahre des Verstandes kommt, erstickt er ihn meistens leicht und schnell.
— Wilhelm Raabe
Gerechtigkeit ist vorübergehend, aber das Gewissen ist ewig.
— Martin Luther
Wir müssen nicht klagen, dass alles vergänglich sei. Das Vergänglichste, wenn es wahrhaft berührt, weckt in uns ein Unvergängliches.
— Christian Friedrich Hebbel
Ist's Lorenz und auch Bertl schön, wird der Herbst gar gut ausgeh'n. (10. August)
Begegnet uns jemand, der uns Dank schuldig ist, gleich fällt es uns ein. Wie oft können wir jemand begegnen, dem wir Dank schuldig sind, ohne daran zu denken
— Johann Wolfgang von Goethe
Narren hasten - Kluge warten - Weise gehen in den Garten.
— Rabindranath Tagore