Sprüche über Arbeit
971 Sprüche — Seite 35
Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind. Die Sprüche über Arbeit handeln von Fleiß und Berufung, von Last und Erfüllung und von jener stillen Würde, die entsteht, wenn aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst.
Freude treibt zum Genuß, Seligkeit zur Arbeit.
— Johann Heinrich Jung-Stilling
Was dem Leben eines Menschen erst Wert gibt, ist ein besonnenes Urteil und eine stetige Arbeitskraft.
— Gustav Freytag
Wir behalten von unseren Studien am Ende doch nur das, was wir praktisch anwenden
— Johann Wolfgang von Goethe
Soll sich der Acker wohl lösen, so muss man ihn auch wohl gürten.
Man muss früh aufstehen, wenn man früh fertig werden will.
Den Bauern erkennt man an der Gabel, den Advokaten am Schnabel.
Wer ein Schreiner werden will, muss auch harte Bretter bohren lernen.
Ich hab' gerade zeit! - Wo gibt's nichts zu tun?
Geist gleicht dem Schwerte und Erfahrung dem Wetzstein.
Fünf Finger fassen mehr als zwei Gabeln.
Unser Chef trifft den Nagel stets auf den Daumen.
Hier wird jeder so lange befördert, bis er mit Sicherheit unwirksam wird
Ein Kaufmann macht durch allzu großes Rühmen die Ware, die ihm feil ist, nur verdächtig.
— Horaz
Was ist ein Akademiker anderes als ein eingelerntes und angeeignetes Glied einer grossen Vereinigung ?
— Johann Wolfgang von Goethe
Doch größern Ruhm wird der verdienen, der Farben kauft und malt mit ihnen ...
— Wilhelm Busch
Fang immer gleich heute an!
— Mary Shelley
Willst du nicht arbeiten, so hilft dir kein Beten.
Der Kerl der die Arbeit erfunden hat, muss nichts zu tun gehabt haben.
Es gibt zu viele Wichtigtuer, die nichts Wichtiges tun.
— Friedrich Dürrenmatt
Kunst ist Zusammenarbeit zwischen Gott und dem Künstler, und je weniger der Künstler dabei tut, desto besser.
— André Gide