Sprüche über Arbeit
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Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.
Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind. Die Sprüche über Arbeit handeln von Fleiß und Berufung, von Last und Erfüllung und von jener stillen Würde, die entsteht, wenn aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst.
Für Müllers Henne, Bäckers Schwein und der Witfrau Knecht soll man nicht sorgen.
Kein Müller hat Wasser und kein Schäfer Weide genug.
Übler Pförtner, der alles einlässt.
Richter sollen zwei gleiche Ohren haben.
Richter, steh dem Rechte bei, denk, dass ein Richter ob dir sei.
Rechter Richter, richte recht: Gott ist Richter, du bist Knecht.
Vor der rechten Schmiede wird man recht beschlagen.
Schmieds Sohn ist der Funken gewohnt.
Ein schlechter Schmied, der den Rauch nicht vertragen kann.
Der Schuster hat die schlechtesten Schuh.
Jeder ist der Sohn der eigenen Arbeit.
— Samuel Smiles
Seelenleiden zu heilen vermag der Verstand wenig, die Zeit viel, entschlossene Tätigkeit alles.
— Johann Wolfgang von Goethe
Bei jeder Arbeit ist es vor allem wichtig, dass man zuerst einmal einfach irgendwie anfängt. Dann kommt die Sache in Fluß.
— Carl Hilty
Die Arbeit gleicht manchmal dem Angeln in Gewässern, in denen noch nie Fische gewesen sind.
— Jules Renard
Wohl dem, der sagen darf: Der Tag der Aussaat war der Tag der Ernte.
— Marie von Ebner-Eschenbach
Glücklich, wer seinen Beruf erkannt hat. Er verlange nach keinem andern Glück!
— Thomas Carlyle
Kann ich nicht Dombaumeister sein, behau, ich als Steinmetz einen Stein. Fehlt mir auch dazu Geschick und Verstand, trage ich Mörtel herbei und Sand
— Rudolf Baumbach
Ob du wenig tust oder viel, drauf kommt's nicht an! Ich seh nur auf das Ziel - die Richtung macht den Mann.
— Eduard von Bauernfeld
Das Wort ist wie im Meer ein Pfad, doch tiefe Wegspur hinterlässt die Tat.
— Henrik Johan Ibsen
Denn das weiß das Publikum nicht und mag es nicht wissen, dass, um ein Kunstwerk zu empfangen, die halbe Arbeit an demselben vom Empfänger selbst verrichtet werden muss
— Ferruccio Busoni