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Sprüche über Arbeit

971 Sprüche — Seite 47

Mehr als Pflicht, Broterwerb oder bloße Beschäftigung ist Arbeit eine Form, Spuren in der Welt zu hinterlassen. In ihr zeigen sich Ehrgeiz, Können, Ausdauer und die Frage, ob Mühe nur belastet oder auch Sinn stiftet. Deshalb berührt dieses Thema den Alltag ebenso wie das Selbstbild eines Menschen.

Sein Gewicht erhält es dort, wo Tun und Haltung miteinander verbunden sind. Die Sprüche über Arbeit handeln von Fleiß und Berufung, von Last und Erfüllung und von jener stillen Würde, die entsteht, wenn aus Anstrengung nicht bloß Ergebnis, sondern auch Charakter wächst.

  1. Ein Krämer, der nicht Mausdreck für Pfeffer aufschwätzen kann, hat sein Handwerk nicht gelernt.

  2. Kundschaft ist kein Erbe.

  3. Schuster, bleib bei deinen Leisten.

  4. Es ist kein Meister vom Himmel gefallen.

  5. Mancher will Meister sein und ist kein Lehrjunge gewesen.

  6. Wenn der Meister kommt heran, hat das Meisterchen getan.

  7. Kein Meister so gut, der nicht noch zu lernen hätte.

  8. Dem Meister vom Handwerk soll man glauben.

  9. Meisterssohn bringt das Recht mit sich.

  10. Der seinen Meister nicht hören will, muss den Büttel hören.

  11. Die Metzger sagen, es ist nichts mehr mit den Bauern zu machen, seit sie in der Bibel lesen und die Kinder selbst machen.

  12. Metzger, Gerber und Schinder sind Geschwisterkinder.

  13. Ein Metzger tut manchen vergebnen Sprung, ein Hund noch mehr.

  14. In der Mühle ist das beste, dass die Säcke nicht reden können.

  15. Die beste Mühle ist zwischen Wasser und Wind.

  16. Es ist noch nicht auf der Mühle, was zum Osterkuchen werden soll.

  17. Wenn der Mühlgraben trocken steht, ist auch der Mehlkasten leer.

  18. Ich sehe so tief in einen Mühlstein als ein anderer.

  19. Müller, Schneider und Weber werden nicht gehenkt, das Handwerk ginge sonst aus.

  20. Der Müller mit der Metzen, der Weber mit der Krätzen, der Schneider mit der Scher, wo kommt ihr Diebe her?