Sprüche über Schwäche
733 Sprüche — Seite 28
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Ein Buch, das man stützt, ist ein Buch, das sinkt.
— Antoine de Rivarol
In der Liebe sind wir immer die gutgläubigen Wilden und die Frauen die geschickten Kaufleute.
— Guy de Maupassant
Eitelkeit ist die Klippe, an der die meisten Großen, gar viele Gelehrte und alle Weiber scheitern
— Karl Julius Weber
Alter macht weiß, nicht weise
Man muss keine Jugendfehler ins Alter hineinnehmen, denn das Alter führt seine eigenen Mängel mit sich.
— Johann Peter Eckermann
Ohne Gelegenheit ist die Hand des Starken in Fesseln; nützet dem Löwen die Kraft, dem man die Klaue geraubt?
— Johann Gottfried Herder
Unsere Seele muss, wenn sie nicht verkommen will, jeden Tag ihre Wäsche wechseln.
— Gottfried Keller
Die eifrigsten Reformer haben lernen müssen, dass sie sich jediglicher Macht berauben, wenn sie den schwerfälligen Massen zu weit voraneilen.
— Woodrow Wilson
Über manche Gedankenlücke bilden Zitate die Eselsbrücke.
— Ludwig Anton Salomon Fulda
Schwimmt man lang im Abgrund der Gedanken, so wird man matt
— Lord Byron
Wenn man die Verteidigung nicht widerlegen kann, tadelt man die Art derselben
— Joseph Joubert
Die Konsequenz der Natur tröstet schön über die Inkonsequenz der Menschen.
— Johann Wolfgang von Goethe
Ein Mann ohne Geld ist ein Bogen ohne Pfeil.
— Thomas Fuller
Die meisten Menschen verziehen die Miene und sprechen lauter, wenn ihre Stärke nachlässt
— Michel de Montaigne
Nur wer verzagend das Steuer loslässt, ist im Sturm verloren
— Franz Emanuel August Geibel
Wer sich dem Selbstmitleid ergibt, kann auch nur von dieser Seite Sympathie erwarten.
— Benjamin Franklin
Ein großes Licht war der Mann eben nicht, aber ein großer Leuchter. Er handelt mit anderer Leute Meinungen.
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein Fehler, den man mit einem anderen Menschen teilt, verbindet tiefer als ein gemeinsamer Vorzug.
— Hermann Bahr
Es gibt kaum einen menschlichen Beruf, der so alles Untüchtige ausstößt wie der des Seemanns.
— Heinrich von Treitschke
Einer, der sich selbst krümmt, kann andere nicht gerade machen.