Sprüche über Schwäche
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Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Mennschsein heißt sich minderwertig zu fühlen und nach Überlegenheit zu trachten.
— Alfred Adler
Ein Übel gibt es, von dem auf die Dauer die Ärzte uns immer heilen: Unsere Leichtgläubigkeit ihnen gegenüber.
— Jean Antoine Petit-Senn
Das Mißgeschick, das uns nachsichtig gegen andere macht, macht sie oft hart gegen uns selbst.
— Jean Antoine Petit-Senn
Es ist eine viel schlimmere Art des Stolzes, andere zu verkleinern, als sich selbst zu erheben.
— Francesco Petrarca
Auch große Kraft wird schwach unter dem Gegendruck von noch größerer Kraft, und dem Zwang des Unvermeidlichen muss alles erliegen.
— Francesco Petrarca
Keine Ermüdung ist größer als die des Geistes.
— Francesco Petrarca
Alle Mängel im menschlichen Leben sind keine Veranlassung zu weinerlicher Klage, sondern eine Aufgabe
— Paul de Lagarde
Gäbe es keine Politik, so hätte der Bürger bloß sein Innenleben, also nichts, was ihn ausfüllen könnte
— Karl Kraus
… schneller, wie die Welle steigt und fällt, treibt uns das Schicksal auf dem Meer des Lebens
— Theodor Körner
Selbst der Fleißigste ist ohne Phantasie nichts
— Heinrich Schliemann
Wie es in der materiellen Produktion und Konsumtion einen schädlichen Luxus gibt, so auch in der Literatur
— Wilhelm Schulz
Ohne Seele wäre die Welt ein Haufen Kehricht.
— Hermann Stehr
Der Zorn ist die Stärke der Dummen und Schwachen. Der große, gewaltige Mann ist milde.
— Hermann Stehr
Auf irgendeine Weise sind alle Menschen Krüppel
— Hermann Stehr
Das Schweigen allein ist groß; alles andere ist Schwäche.
— Alfred de Vigny
Was wären in dieser Welt die Starken, ohne Unterstützung der Schwachen?
— Otto Weiss
Vom einen schnackt er, das andre tut er. Das ist ein Charakter, wenn auch kein guter.
— Adolf von Wilbrandt
Ein Rezensent, das ist ein Mann, der alles weiß und gar nichts kann!
— Ernst von Wildenbruch
Kein weiser Mann ward je genannt, bei dem man nicht ein Torheit fand.
— Georg Rollenhagen
Nur indem wir beständig von dem Gefühl unserer Unvollkommenheit begleitet werden, vervollkommnen wir uns.
— Helene von Druskowitz