Sprüche über Schwäche
733 Sprüche — Seite 37
Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.
In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.
Das schwache Geschlecht in seiner Selbstachtung und in der Achtung des stärkeren Geschlechts heben, heisst den ersten Schritt von der Barbarei zur Zivilisation tun.
— George Canning
Die Zeit und der Zufall können nichts für diejenigen tun, welche für sich selbst nichts tun wollen. Sogar die Vorsehung kann kaum ein Volk retten, das nicht gefasst ist, selbst seine Sicherheit zu erk …
— George Canning
Von zwei Liebesleuten weiß immer einer nicht, was der andere denkt, das ist der Partner, der liebt.
— Alfred Capus
Der sicherste Test zur Beurteilung, ob ein Land wirklich frei ist, ist die Summe der Freiheiten, die Minderheiten gewährt werden.
— John E. Edward, 1st Baron Acton of Aldenham Dalberg
Alle Buckligen verachten jeden ohne Buckel; alle krummen Nasen rümpfen sich verächtlich, wenn sie einer geraden begegnen.
— Alphonse Daudet
Der Hass ist der Zorn der Schwachen.
— Alphonse Daudet
Frauen sind niemals stärker, als wenn sie sich mit ihrer Schwachheit bewaffnen.
— Marie de Vichy-Chamrond (M. du Deffand)
Furcht vor Gefahr ist zehntausendmal beängstigender als die Gefahr selbst.
— Daniel Defoe
Die Künstler, welche Vollkommenheit in allen Einzelheiten anstreben, sind gerade die Leute, die sie in keinem Punkte erreichen.
— Ferdinand Victor Eugene Delacroix
Die Kritik folgt den Schöpfungen des Geistes wie der Schatten unserem Körper. Sie hat wenig Nutzen, da die meisten Kritiker ganz unzulänglich sind.
— Ferdinand Victor Eugene Delacroix
Bücher sind für viele Leute nur Möbel aus Papier
— George Prentice Denison
Je idealer das Streben, je höher die sittlichen Anforderungen, die man an sich stellt, umso schmerzlicher das Bewusstsein der Schwäche.
— Karl Detlef, Pseudon.v. Klara Bauer
Das Alter kommt plötzlich und nicht nach und nach, wie man immer sagt.
— Emily Elizabeth Dickinson