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Sprüche über Schwäche

733 Sprüche — Seite 31

Was im ersten Blick nach Mangel aussieht, gehört oft auf tiefere Weise zum Menschlichen dazu. Schwäche macht verletzlich, begrenzt den Anspruch an sich selbst und zwingt dazu, ohne Maske auf die eigenen Grenzen zu sehen. Gerade deshalb ist dieses Thema nicht nur unerquicklich, sondern oft der Anfang von Einsicht und Milde.

In ihr zeigt sich, ob Demut entsteht oder Bitterkeit, ob Rückzug folgt oder Reifung. Die Sprüche zu diesem Thema machen deutlich, dass Schwäche nicht bloß das Gegenteil von Stärke ist, sondern auch jene Erfahrung, aus der Verständnis, Geduld und echte innere Festigkeit erwachsen können.

  1. Die Meinung ist die Königin der Welt, weil die Dummheit die Königin der Schwachköpfe ist

    Nicolas Chamfort

  2. Die Eroberungen der Männer schlagen öfter durch ihre eigene Tölpelhaftigkeit fehl als durch die Tugendhaftigkeit der Frauen.

    Ninon de Lenclos

  3. Der Hauptfehler des Menschen bleibt, dass er so viele kleine hat.

    Jean Paul

  4. Gott schickt am End uns Leiden, auf dass uns diese Welt, wenn wir nun von ihr scheiden, nicht mehr so mächtig hält.

    Justinus Andreas Christian Kerner

  5. Die Leuchte des Geistes ohne Wärme des Herzens wird oft zum Irrlicht.

    Peter Sirius

  6. Ein Konservativer ist ein Mensch, der zum Kämpfen zu feige und zum Laufen zu dick ist

    Elbert Green Hubbard

  7. Narren sind alle, die es scheinen, und die Hälfte derer, die es nicht scheinen.

    Baltasar Gracián y Morales

  8. Der Schwache zweifelt vor der Entscheidung; der Starke danach.

    Karl Kraus

  9. Leute ohne Humor sind Wiesen ohne Blumen. Wie könnte ihr Leben anders sein als dürr.

    Meta von Salis

  10. Schwachheit ist das größte Unglück und der größte Fehler

    Christina I. von Schweden

  11. Mit allem Großen ist es wie mit dem Sturm. Der Schwache verflucht ihn mit jedem Atemzug, der Starke stellt sich mit Lust dahin, wo's am heftigsten weht.

    Christian Morgenstern

  12. Der aber ist der Beste, der der Hoffnung vertraut allzeit! Verzagtheit kennt der Feige nur

    Euripides

  13. Nichts können ist noch lange keine neue Richtung.

    Arnold Böcklin

  14. Ein Kopf ohne Gedächtniskraft ist eine Festung ohne Besatzung.

    Napoleon

  15. Es hasst nur jemand, der fühlt, dass er niemals ungeschehen, nicht existent machen wird, was passiert ist.

    Stanislaw Brzozowski

  16. Wer sich allzu oft bückt, fängt an, krumm zu gehen und zu denken.

  17. Das Träumen und Philosophieren hat seine Schattenseiten; wer das zweite Gesicht hat, dem fehlt mitunter das erste.

    August Julius Langbehn

  18. In der Politik ist der schlimmste Entschuss, keinen Entschluss zu fassen

    Karl E. Z. von Lingenthal

  19. Leichtgläubigkeit ist eines Mannes Schwäche und eines Kindes Stärke

    Charles Lamb

  20. Mancher Gedanke fällt um wie ein Leichnam, wenn man ihn mit dem Leben konfrontiert.

    Christian Morgenstern