Sprüche über Glauben
824 Sprüche — Seite 32
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Die Sprüche dazu zeigen, wie eng Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit miteinander verbunden sind und warum Glaube oft dort beginnt, wo Kontrolle endet.
Denken ist eine Anstrengung, Glauben ein Komfort.
— Ludwig Marcuse
Es gibt nur einen mächtigen Hebel der Zivilisation: die Religion.
— Johann Jakob Bachofen
Du sollst zu stolz sein, Gott zu rufen, wenn du noch nicht am Ende deiner Menschenkräfte bist.
— Gorch Fock
Es ist merkwürdig: die Welt ist das größte Wunder und gerade an dieses wollen die Frommen nicht glauben.
— Daniel Spitzer
Müsste man statt Gebeten Geld emporsenden, fast alle wären Atheisten!
— Emanuel Wertheimer
Nichts wirkt auf die ganze Umgebung eines Menschen beruhigender und anziehender als ein unerschütterliches Gottvertrauen.
— Rudolf von Tavel
Das Gebet ist die Mutter und der Ursprung aller Seelenerhebung.
— Johannes Bonaventura
Die geistige Freude ist das sicherste Merkmal der in uns wohnenden Gnade Gottes.
— Johannes Bonaventura
Eher werden Himmel und Erde vergehen, als dass Maria demjenigen ihre Hilfe versagt, der sie um Hilfe bittet und auf sie sein Vertrauen setzt.
— Johannes Bonaventura
Beten heisst die Gnade des Heiligen Geistes aus der überschwenglich süssen Quelle der Heiligsten Dreifaltigkeit schöpfen.
— Johannes Bonaventura
Wenn ein Mensch mit Gott gut steht, der steht wohl, wenn's übel geht; denn er kann die höchsten Gaben, Vater, Bruder, Tröster haben.
— Friedrich von Logau
Was das Glockenläuten zur Ruhe der Verstorbenen beitragen mag, will ich nicht entscheiden; den Lebenden ist es abscheulich
— Georg Christoph Lichtenberg
Die Religion ist das Krankenhaus der Seelen, welche die Welt verwundet hat.
— Jean Antoine Petit-Senn
Die Größe und unendliche Weisheit des Schöpfers wird nur derjenige wirklich erkennen, der sich bestrebt, aus dem gewaltigen Buche, das wir Natur nennen, seine Gedanken herauszulesen
— Justus Freiherr von Liebig
Nicht genug glauben ist ebensogut ein Zeichen von Unkenntnis wie zu viel glauben
— Claude Tillier
Das Kreuz ist eine Last von der Art, wie es die Flügel für die Vögel sind. Sie tragen sie aufwärts
— Bernhard von Clairvaux
Beten gehört für die Pfarrer.
Gottes Rechnung fehlt nicht.
Gott ist nicht ein so schlechter Wirt, dass er nicht eine Zeche sollte borgen können.
Gott ist kein Bayer, er läßt sich nicht spotten.