824 Sprüche — Seite 26
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Die Sprüche dazu zeigen, wie eng Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit miteinander verbunden sind und warum Glaube oft dort beginnt, wo Kontrolle endet.
Die goldene Zeit der Geistlichkeit fiel immer in die Gefangenschaft des menschlichen Geistes.
— Friedrich von Schiller
Der Mensch hat zwei Beine und zwei Überzeugungen: eine, wenn's ihm gut geht, und eine, wenn's ihm schlecht geht. Die letztere heißt Religion.
— Kurt Tucholsky
Jedes Kind bringt die Botschaft, dass Gott die Lust am Menschen noch nicht verloren hat.
— Rabindranath Tagore
Am besten überzeugt man andere mit den Ohren, indem man ihnen zuhört.
Im Glück nicht stolz sein und im Leid nicht zagen, das Unvermeidliche mit Würde tragen. Das Rechte tun, am Schönen sich erfreuen, das Leben lieben und den Tod nicht scheuen, und fest an Gott und b …
— Karl Streckfuß
Des Menschen Wille ist sein Himmelreich
Das Gebet ist das tröstliche Zuhören Gottes
Deinen Gläubigen, o Herr, wird das Leben nicht genommen, es wird nur neu gestaltet.
Sie gehen hin unter Tränen und tragen den Samen zur Aussaat. Sie kommen wieder mit Jubel und bringen ihre Garben ein.
Jeder Mensch glaubt, er sei der wichtigste, der beste; aber nur der Narr und der Dummkopf haben den Mut, es auszusprechen.
— Jean Paul
Der Mensch ist vergänglich, wenn wir den einen Teil seines Wesens betrachten, nämlich seinen Leib, er ist unvergänglich in seinem anderen Wesensteil, der Seele.
— Dante Alighieri
So mächtig du auch bist, es gibt immer noch einen Mächtigeren.
Der Wissende weiß, daß er glauben muß.
— Friedrich Dürrenmatt
Die Vernunft ist das größte Hindernis für den Glauben, weil alles Göttliche ihr absurd scheint.
— Martin Luther
Wenn Menschen aufhören, an Gott zu glauben, glauben sie nicht an nichts, sondern an alles Mögliche. Das ist die Chance der Propheten - und sie kommen in Scharen.
— Gilbert Keith Chesterton
Religion ist das letzte Ziel, wohin alle unsere Gedanken und Handlungen gehen müssen.
— Friedrich Gottlieb Klopstock
Die Gabe zu beten ist nicht immer in unserer Gewalt. Dem Himmel ist beten wollen auch beten.
— Gotthold Ephraim Lessing
Bist mit dem Glauben du gesegnet an Menschen, gib ihn nicht verloren, wenn unter einer Herde Toren dir auch einmal ein Schuft begegnet!
— Heinrich Leuthold
Die Religion ist der Seufzer der bedrängten Kreatur, das Gemüt einer herzlosen Welt, wie sie der Geist geistloser Zustände ist. Sie ist das Opium des Volkes.
— Karl Marx
Ihr werden die Kraft des Heiligen Geistes empfangen und werdet meine Zeugen sein bis an's Ende der Erde.