824 Sprüche — Seite 40
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit schließen sich dabei nicht aus — Glaube beginnt oft genau dort, wo Kontrolle endet und der Mensch sich dennoch nicht verloren gibt.
Man fragte einmal einen Weisen, ob es wahre Atheisten gäbe. Glauben Sie, erwiderte er, dass es wahre Christen gibt?
— Denis Diderot
In der Schöpfung greife ich Gott gleichsam mit Händen.
— Johannes Kepler
Hunde glauben sie sind Menschen und Katzen glauben sie sind Gott.
Kein Volk hat Gott verlassen, das sich nicht selbst verließ.
— Heinrich von Treitschke
Jeder Mensch wird im Reiche einen Engel haben, der mit ihm herrscht, und in der Unterwelt einen Dämon, der ihn straft.
— Thomas von Aquin
Jeder glaubt gar leicht, was er fürchtet und was er wünscht.
— Jean de La Fontaine
Geduld ist des Glaubens Goldstein.
— Ulrich Zwingli
Die Wahrheit hat ein fröhlich Antlitz.
— Ulrich Zwingli
Was der Mensch sein möchte, aber nicht ist, dazu macht er seinen Gott.
— Ludwig Andreas Feuerbach
Niemand ist weiter von der wahren Religion entfernt, als wer sich selbst für sehr religiös hält.
— Erasmus von Rotterdam
Es gibt Geheimnisse in der Politik wie in der Religion. Wer sie erklären will, fällt in Abgründe.
— Francois René de Chateaubriand
Die Augen glauben sich selbst, die Ohren anderen Leuten.
Was können wir von einer Religion erwarten, die das Leid der Tiere ausklammert?
— Richard Wagner
Der Weg des Menschen zu Gott heisst in seiner steilsten Strecke - Einsamkeit
— Carl Hilty
Die Rätsel Gottes sind befriedigender als die Lösungen der Menschen.
— Gilbert Keith Chesterton
Der Glaube versetzt Berge, der Zweifel erklettert sie.
— Friedrich Georg Jünger
Ein jeder Christ, der sich durch die Einwürfe der Ungläubigen ins Wanken bringen lässt und sich über sie ereifert, hat einen Fuß in der selben Grube mit ihnen
— Pierre Bayle
Die meisten Menschen treiben die Religion, wie man ein Handwerk treibt; sie ist aber durchaus eine freie Kunst.
— Christian Friedrich Wilhelm Jacobs
Sollte nicht der Mensch seine Ideen von Gott ebenso zweckmäßig weben können, wie die Spinne ihr Netz zum Fliegenfang?
— Georg Christoph Lichtenberg
Ein jeder Aberglaube versetzt uns ins Heidentum.
— Justus Freiherr von Liebig