824 Sprüche — Seite 9
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Die Sprüche dazu zeigen, wie eng Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit miteinander verbunden sind und warum Glaube oft dort beginnt, wo Kontrolle endet.
Ihr, die ihr mich so geliebt habt, seht nicht auf das Leben, das ich beendet habe, sondern auf das, welches ich beginne.
— Augustinus
Der edle Mensch mag gelegentlich das Prinzip der Menschenliebe verletzen; der Gemeine jedoch hat noch nie an das Prinzip der Menschenliebe geglaubt.
— Konfuzius
Es ist alles klein und winzig und so gleichgültig. Nur das, worauf die Seele hofft und wohin sie zieht, ist groß und ewig.
— Paul Keller
Was ist selbst der glücklichste Mensch ohne Glauben? Eine schöne Blume in einem Glase Wasser, ohne Wurzel und ohne Dauer.
— Ludwig Börne
Groß ist die Mühe, den Himmel zu ersteigen, doch für die Seele ist es eine Heimkehr.
— Seneca
Lass ab von diesem Zweifeln, Glauben, vor dem das Beste selbst zerfällt, und wahre dir den vollen Glauben an diese Welt, trotz dieser Welt.
— Theodor Fontane
Rechtschaffenheit ist eine sehr seltene Tugend, und der Mensch, der sie im höchsten Grade zu besitzen glaubt, hat sie oft am wenigsten
— Honoré de Balzac
Alles, was ihr tut, soll von der Liebe bestimmt sein!
Die Seele ist die Masse, in welche Gottes Bildnis vornehmlich eingedrückt ist.
— Ulrich Zwingli
Die Irreligiösen sind religiöser, als sie es selbst wissen, und die religiösen sind's weniger, als sie meinen
— Franz Grillparzer
Alle Lichter, die wir anzünden, zeugen von dem Licht, das da erschienen ist in der Dunkelheit
— Friedrich von Bodelschwingh
Das große unzerstörbare Wunder ist der Menschenglaube an Wunder.
— Jean Paul
Der überlegene Mensch lebt still und ruhig. Er wartet auf den Willen des Himmels. Der niedrige Mensch begibt sich in Gefahr und hofft auf die Wendung des Glücks
— Konfuzius
Und meine Seele spannte weit ihre Flügel aus, flog durch die stillen Lande als flöge sie nach Haus .....
— Joseph Karl Benedikt Freiherr von Eichendorff
Wenn man das Bedürfnis nach etwas Großem, Unendlichem hat, nach etwas, das einen zu Gott hinführt, so braucht man nicht weit zu gehen.
— Vincent van Gogh
In England gibt es drei Soßen und dreihundertsechzig Religionen, in Frankreich drei Religionen und dreihundertsechzig Soßen.
— Charles de Talleyrand
Die Mönche verneigen sich nicht vor dem Abt, sondern vor seinen Schüsseln.
Wir brauchen keinen großen Glauben, nur einen Glauben an einen großen Herrn
— James Hudson Taylor
Alles, was in den Geboten Gottes dir schwer scheint, wird leicht und voll Wonne, wenn du die Liebe hast.
— Antonius von Padua
Ich aber weiß, was wenige Menschen glauben, dass wahre Freundschaft zarter ist als Liebe.
— Platon