824 Sprüche — Seite 36
Was trägt, wenn Sicherheiten brüchig werden und Beweise nicht mehr ausreichen, ist oft der Glaube. Er richtet den Blick über das Sichtbare hinaus und gibt dem Menschen Halt, ohne ihm jede Unsicherheit zu nehmen. Gerade darin liegt seine eigentümliche Würde, die nicht auf Wissen, sondern auf Vertrauen beruht.
Neben religiöser Tiefe umfasst dieses Thema auch die Kraft, an Sinn, Hoffnung und das Gute im Leben festzuhalten. Die Sprüche dazu zeigen, wie eng Zuversicht und Zweifel, Hingabe und innere Freiheit miteinander verbunden sind und warum Glaube oft dort beginnt, wo Kontrolle endet.
Unser Nehmen heißt beten und unser Geben heißt lieben. Beides aber ist nur dem Glauben möglich, der von Gottes Gnade lebt.
— Friedrich von Bodelschwingh
Den letzten Weg musst du alleine gehen, ohne Hilfe, ohne Hand. Doch Gott, der Herr, wird am Wege stehen und führt Dich hinein in sein himmlisches Land.
Wenn wir mit Christus gestorben sind, dann werden wir auch mit ihm leben.
Sei deines Willens Herr und deines Gewissens Knecht
— Marie von Ebner-Eschenbach
Man empfindet Gott durch die Seele wie die Luft durch den Körper
— Joseph Joubert
Gottes Engel kommen im Verborgenen zu uns
— James Russell Lowell
Niemand unter den Sterblichen ist so groß, dass er nicht in ein Gebet eingeschlossen werden könnte.
— Bertolt Brecht
Bring' unrecht Gut mir nicht ins Haus, es treibt den Segen sonst hinaus.
Religion ist die Erkenntnis aller unserer Pflichten als göttliche Gebote.
— Immanuel Kant
Der Liberalismus ist die letzte religiöse Anschauung.
— Alexander Herzen
Es gibt Zeiten, da schafft ein Volk Gott ab. Gott ist zum Glück toleranter.
Gebet ohne Inbrunst - Vogel ohne Flügel.
Eine Frau darf beten. Ein Mann, der betet, muss sehr dumm oder sehr weise sein
— Kurt Tucholsky
Sei treu bis in den Tod, dann werde ich dir den Kranz des Lebens geben.
Die Erde ist randvoll mit Himmel, und in jedem gewöhnlichen Dornenbusch brennt Gott, aber nur jene, die sehen können, ziehen ihre Schuhe aus; die anderen sitzen drum herum und pflücken Brombeeren.
— Elizabeth Barrett Browning
Wer den Willen des Himmels nicht kennt, der ist kein edler Mensch.
— Konfuzius
Die Grundlage des Christentums ist ein Apfel
— Gustave Flaubert
Schwarz auf Weiß ist bei weitem nicht die größte Sicherheit auf der Welt. Es gibt nichts Gewisseres als Empfundenes und Geglaubtes.
— Felix Mendelssohn Bartholdy
Das einzige Interessante auf Erden sind die Religionen.
— Charles Baudelaire
Gott ist die Welt - und Gott und ich sind du!
— Otto Erich Hartleben