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Sprüche über Tiere

869 Sprüche — Seite 15

Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.

Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.

  1. Ein deutliches Zeichen eines im Grunde unedlen Menschen ist die Undankbarkeit. Sie stellt ihn unter die edleren Tiere, die alle dankbar sind.

    Carl Hilty

  2. Wer zur Geliebten geht, der spürt nicht, wie die Mücken stechen

    Maxim Gorki

  3. Der Mensch ist weder Engel noch Tier, und das Unglück will es, dass, wer einen Engel aus ihm machen will, ein Tier aus ihm macht.

    Blaise Pascal

  4. Die Erde braucht Dünger wie der Fisch das Wasser.

  5. Die Wahrheit über Katzen erfährt man von den Mäusen

    Henry Ford

  6. Es ist nur verständlich, dass die Wölfe die Abrüstung der Schafe verlangen, denn deren Wolle setzt dem Biß einen gewissen Widerstand entgegen.

    Gilbert Keith Chesterton

  7. Wenn das Schwein am fettesten ist, hat es den Metzger am meisten zu fürchten.

    Abraham a Sancta Clara

  8. Eine Katze, die einen Kanarienvogel gefressen hat, kann deshalb noch nicht singen

  9. Alle Fische legen Eier. Die russischen sogar Kaviar.

  10. Lebe fröhlich, lebe heiter, wie die Schwalbe am Blitzableiter. Lebe glücklich, lebe froh, wie die Maus im Haferstroh.

  11. Die schlechtesten Früchte sind es nicht, woran die Wespen nagen.

    Gottfried August Bürger

  12. Wer sich zum Lamm macht, den fressen die Wölfe.

  13. Der Kritiker hat immer Recht, unfehlbar wie der Kletterspecht: Die Eiche trotzt dem stärksten Sturm, der Specht entdeckt in ihr den Wurm.

    Richard Fedor Leopold Dehmel

  14. Gedanken wollen wie Kinder und Hunde, dass man mit ihnen spazieren geht.

    Christian Morgenstern

  15. Gezwungen trägt der Esel Säcke - ledig tät er keinen Schritt!

  16. Der Hund frißt wieder, was er gespien hat.

  17. Hunde pissen und Weiber weinen wann sie wollen.

  18. Sogar wenn er verfolgt wird, ist der Schmetterling niemals in Eile

  19. Tausend Fliegen hatt' ich am Abend erschlagen, doch weckte mich eine beim frühsten Tag.

    Johann Wolfgang von Goethe

  20. Die schönsten Dinge auf der Welt sind die nutzlosesten; zum Beispiel Pfauen und Lilien.

    John Ruskin