Sprüche über Tiere
869 Sprüche — Seite 18
Im Blick auf Tiere erkennt der Mensch oft mehr über sich selbst, als ihm bewusst ist. Ihre Treue, Wildheit, Anmut oder Unabhängigkeit haben seit jeher Bilder hervorgebracht, in denen Bewunderung, Zärtlichkeit und leise Selbstkritik miteinander verbunden sind. Deshalb reicht dieses Thema weit über bloße Naturbeobachtung hinaus.
Als Sinnbilder für Instinkt, Freiheit oder Lauterkeit entfalten Tiere eine besondere sprachliche Kraft. Die Sprüche zu diesem Thema lassen sie als Begleiter, Gegenbilder und Spiegel des Menschen erscheinen und zeigen, warum in ihnen so oft das Ursprüngliche sichtbar wird, das der Zivilisation verloren gegangen ist.
Eine Krähe sitzt gern bei der anderen.
Überall ist Ewigkeit. Wenn du einen Schneck behauchst, schrumpft er ins Gehäuse, wenn du ihn in Kognak tauchst, sieht er weiße Mäuse.
— Franz Grillparzer
Was für ein hässliches Tier ist der Affe, und wie sehr ähnelt er uns.
— Marcus Tullius Cicero
Sollen dich die Dohlen nicht umschrei'n, musst du nicht Knopf auf dem Kirchturm sein.
— Johann Wolfgang von Goethe
Der Adler fliegt allein, der Rabe scharenweise. Gesellschaft braucht der Tor und Einsamkeit der Weise.
— Friedrich Rückert
Zwei Täubchen am Bache, zwei Täubchen am See, die küssten sich leise und sagten: Ade!
So viel Dornen ein Rosenstock, so viel Haare ein Ziegenbock, so viel Flöh ein Pudelhund, so viel Jahre bleib gesund.
Durch Geschwätz verrät die Elster ihr Nest.
Schildkröten können dir mehr über den Weg erzählen als Hasen.
Gib einem Bär Honig, und du wirst deinen Arm einbüßen, wenn das Vieh Hunger hat!
— Bertolt Brecht
Adler brüten keine Tauben.
Die Rehlein sind munter, die Vöglein sind froh, und du, liebe ............ mach's ebenso.
Mensch und Hund ergänzen sich hundert - und tausendfach. Mensch und Hund sind die treuesten aller Genossen
— Alfred Edmund Brehm
Eine der blamabelsten Angelegenheiten ist es, dass das Wort "Tierschutz" überhaupt geschaffen werden musste
— Theodor Heuss
Uns Menschen ist es zwar gelungen, das Raubtier in uns auszuschalten - nicht jedoch den Esel
— Winston Churchill
Wir geben den Kühen Futter, dafür geben sie uns Milch und Butter.
Man kann nicht die Kuh verkaufen und die Milch behalten.
Ein böses Weib ist für Ehemann eine große Plage. Es ist wahrlich besser, unter Tigern und Löwen, unter Bären und Wölfen zu leben als mit einem bösen Weibe.
— Abraham a Sancta Clara
Der Baum kann sich den Vogel nicht aussuchen, der auf ihm landet.
Wirf einen vom Glück begünstigten Mann ins Meer, und er wird mit einem Fisch im Mund wieder herauskommen